Sommertour Ministerin Priska Hinz

Artenschutzmaßnahmen im Diemeltal werden gefördert

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Im Vordergrund v.l.: Jürgen Düster (Fachbereich Landwirtschaft Landkreis Kassel), Vizelandrat Andreas Siebert, Staatsministerin Priska Hinz, Cornelia Becker (Büro für angewandte Ökologie und Forstplanung) und Prof. Dr. Thomas Fartmann (Universität Osnabrück).

© Foto: privat

Landkreis Kassel (hak) - Der dritte Tag der Sommertour führte Landwirtschaftsministerin Priska Hinz nach Nordhessen. Im Landkreis Kassel ging es beim Ministerinnenbesuch um neue Wege beim Schutz seltener Arten auf bunten Wiesen und Weiden. Die Ministerin besuchte Flächen, die durch das Pilotprojekt "Entwicklung der Artenvielfalt auf den Grünlandflächen und Streuobstwiesen des Diemeltals" gefördert werden. Landwirtinnen und Landwirte erhalten beim Projekt auf ihren Flächen Arten wie Orchideen, Heil-Ziest, Sumpfdotterblume, Wiesenknopf oder Teufelskralle und werden dafür gefördert. „Ich freue mich, dass wir mit dem dieser Förderung über das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM) einen wichtigen Beitrag für eine besonders zukunftsweisende Form des Artenschutzes leisten. Im Diemeltal ist die vorbildliche Zusammenarbeit von landwirtschaftlichen Betrieben, Verbänden und Artenschutzexperten die Grundlage für effektiven Artenschutz", so die Ministerin. Den Landwirtinnen und Landwirten werden die notwendigen Artenkenntnisse und die für ihre Fläche besonders geeigneten Bewirtschaftungsmaßnahmen über eine projektbegleitende Beratung vermittelt. Das Land stellt dafür über einen fünfjährigen Zeitraum 300.000 Euro zur Verfügung.
„Dank verdient das besondere Engagement des Landkreises, der nicht nur dieses Projekt, sondern zudem gemeinsam mit der Universität Osnabrück ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Renaturierung von Kalkmagerrasen initiiert hat. Auch hier wird sich das Land in den nächsten zwei Jahren mit rund 150.000 Euro beteiligen", sagte die Ministerin. Die rund 750 Hektar Kalkmagerrasen des Diemeltals gelten als ein mitteleuropäischer Hotspot der Artenvielfalt. Es befinden sich hier noch Pflanzen und Tierarten, die in anderen Gegenden längst ausgestorben sind. Tagfalter, Heuschrecken,
Zikaden, Wildbienen und Gefäßpflanzen sind in diesem speziellen Rasen zu finden. Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben unter der wissenschaftlichen Leitung des Landschaftsökologen Prof. Dr. Thomas Fartmann bietet dem Naturschutz, der Landwirtschaft und den betroffenen großes Potenzial zur Entwicklung der gesamten Region.