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Es wächst und gedeiht im Naturpark Reinhardswald

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Neue Wandertafel am Parkplatz Tierpark Sababurg.

© Foto: Naturpark Reinhardswald

Hofgeismar (hak) - Der noch junge Naturpark Reinhardswald wird vom Landkreis Kassel, neun Mitgliedskommunen und HessenForst getragen. Dr. Markus Ziegeler, Forstamtsleiter Reinhardshagen und gleichzeitig stv. Vorsitzender des Naturparks freut sich, dass der Naturpark heute einen weiteren wichtigen Projektabschnitt seiner Bestimmung übergibt und gleichzeitig am kulturhistorisch bedeutsamen Ort „Am Judenbaum“ eine kräftige Eiche gepflanzt wird. „Möge die Idee des Naturparks wachsen und starke Wurzeln ausbilden – das gilt unisono für den prächtigen neuen Baum.“
Bianka Zydek, Geschäftsführerin des Naturparks Reinhardswald ergänzt, dass der Naturpark auch in 2020 gemeinsam mit Netzwerkpartnern und Wanderwegepaten weiter gut vorangebracht wurde. Die Corona-Pandemie zeigt offenkundig, wie wichtig der Beitrag von Naturparken für das Wohlergehen der eigenen Bevölkerung sowie für den naturverträglichen Tourismus in Deutschland ist. Die neue Wanderbroschüre und die Faltkarte erfreuen sich einer hohen Nachfrage. Die Universitätsbibliothek Kassel möchte die Titel als sogenannte Pflichtexemplare in den Bestand der Bibliothek aufnehmen.
Sechs neue Info-Stelen und sieben neue Wanderinfotafeln – verbunden mit der Ausweisung neuer Naturpark-Rundwanderwege sowie Integration bestehender Wege – sorgen für noch mehr Erlebbarkeit von Besonderheiten im Naturpark Reinhardswald. Dank dem Förderprogramm „Regionalbudget“ von Bund und Land konnte das Projekt mit Gesamtkosten von rund 18.000 € und einer Förderung von 14.000 € realisiert werden. Bianka Zydek dankt Carsten Petry, Regionalmanager Kulturlandschaft HessenSpitze beim Region Kassel-Land e.V. für die Berücksichtigung im Förderprogramm.
Die neuen, eigens für den Naturpark designten Info-Stelen sind Teil eines modularen Gesamtkonzeptes. Inhaltlich werden Themen des Naturschutzes, der Zukunft des Waldes, gefährdeter Tier- und Pflanzenarten bis hin zu historisch bedeutsamen Geschehnissen aufgegriffen. Neben dem Standort „Am Judenbaum“ erfahren die Besucher nun Wissenswertes an den folgenden Standorten:


• Judenbaum in der Nähe des FriedWald Reinhardswald
• Rothbalzer Teich bei Immenhausen
• Messhagen zwischen Niedermeiser und Kelze
• Naturwaldreservat am Staufenberg im Reinhardswald
• Fichtenklumpse ebenfalls am Staufenberg im Reinhardswald
• sowie auf dem Reinhardswald-Plateau in der Nähe des Wanderparkplatzes „Forstscheid“

„Es ist ein gelungenes Kooperationsprojekt, an dem unsere Mitgliedskommunen, die Revierförster, die Agentur Cognitio, die Schreinerei Mietze, der KK-Verlag und weitere regionale Akteure und unser gesamtes Team beteiligt waren,“ berichtet Bianka Zydek weiter.

 

Neue Wandertafeln

Im Rahmen des Naturpark-Rundwanderwegekonzeptes wurden im Bereich der Sababurg, in Grebenstein und in Udenhausen sowie am Stahlberg-Hölleberg bei Langenthal und an den Eberschützer Klippen neue Rundwanderwege ausgewiesen bzw. bestehende Wege neu markiert (teils erfolgt die vollständige Markierung noch in den kommenden Wochen). An den Startpunkten der Wanderwege konnten insgesamt sieben neuen Wandertafeln aufgestellt werden, die über die Wandermöglichkeiten vor Ort informieren. Ab sofort bieten sich der Parkplatz am Tierpark Sababurg, der Parkplatz unterhalb des Schlosses Sababurg, der Wanderparkplatz Forstscheid, der Burgteich in Grebenstein, der Wanderparkplatz „Auf der Warte“ bei Udenhausen, der Parkplatz am Flugplatz in Langenthal sowie der Parkplatz an der Kirche in Eberschütz für Halbtages- oder Tagestouren an.
Die Strecken sind abwechslungsreich und zwischen einem und bis zu knapp 15 km lang. Die Burgruine Grebenstein, das Dornröschenschloss Sababurg, die Eberschützer Klippen und das Naturschutzgebiet Stahlberg-Hölleberg sind nur einige zu erwandernde Highlights. Infos zu allen Wanderwegen im Naturpark Reinhardswald gibt es online im interaktiven Tourenportal unter www.naturpark-reinhardswald.de.

 

Neuer „Judenbaum“ gepflanzt


Am historisch bedeutsamen Auerhahnkamp, in der Nähe des FriedWald Reinhardswald, pflanzten das Forstamt Reinhardshagen, die Evangelische Akademie Hofgeismar und der Naturpark Reinhardswald e.V gemeinsam auch den neuen „Judenbaum“. Forstamtsleiter Dr. Markus Ziegeler berichtet: „Es handelt sich hierbei um eine Nachzucht einer alten Hute-Eiche aus dem Naturschutzgebiet „Urwald Sababurg““. Pfarrer Karl Waldeck, Direktor der evangelischen Akademie in Hofgeismar erklärt den historischen Hintergrund: „Am Heiligen Abend des Jahres 1668 wurde hier an dieser Stelle der jüdische Kaufmann Samuel von Schwartzkirchen aus Polen Opfer eines Raubmords. Der Tatort erhielt später den Namen „Judenbaum“. Es ist davon ausgesehen, dass die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), Verfasserin der bekannten Novelle „Die Judenbuche“, diese Geschichte kannte – durch Kontakte zu den Brüdern Grimm und deren Umfeld. Vor Ort ist die Historie auf der Info-Stele nachzulesen. Die Stele befindet sich auf dem Naturpark-Rundwanderweg „Staufenberg-Runde“ ab dem Wanderparkplatz „Kühbacher Wiese“ oder dem FriedWald-Parkplatz.

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