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bewegter wind 10

Windkunst und Natur im Einklang oder im Kontrast

Von Inge Seidenstücker


Hofgeismar/Liebenau – Wer sich dieser Tage in der Natur bewegt, wird zwischen Hofgeismar und Hümme am Kramberg und auch im Diemeltal an der Ostheimer Brücke auf ganz ungewöhnliche Kunstobjekte und -installationen stoßen.

Mal klingen große Metallringe zwischen den Bäumen, mal flattern große Stoffbänder im Wind oder man begegnet einer großen Sicherheitsnadel, die man erst beim zweiten Hinsehen als solche erkennt. Dies alles und noch einiges mehr findet man am Kramberg. Schon von weitem erkennt man den Schriftzug „change“ am Wiesenhang von der Fürstenwälder Künstlerin Kordula Klose.
Auch im Diemeltal stellen die Installationen einen ganz besonderen Kontrast zur beschaulichen Landschaft und finden gleichzeitig einen erstaunlichen Einklang damit. Die Kunstwerke korrelieren mit der Natur und vor allem dem Wind, der sie immer wieder anders wirken lässt. Ob Keramikschalen auf der Wiese, ein Gemeinschaftsobjekt von Katrin Apel, Kordula Klose und Ulrike Seilacher, ein „Eisblock“ mit dem Ulrike Lindner auf die Klimaerwärmung aufmerksam macht oder den grünen Streifen, die sich im Wind bewegen von Franziska Möbius bis zu einem an ein Kreuzfahrtschiff erinnernden Objekt von Christine Ermer und vielen mehr, haben die Künstler das Thema „change!?“ ganz individuell und spannend umgesetzt.
Bereits am ersten Tag des 10. Windkunstfestivals zeigten viele Besucher großes Interesse und kamen zu den beiden Ausstellungsorten am Kramberg und ins Diemeltal.

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Schiffe aus Bambus und Weide von JieFu Zhou aus China.

© Foto: Seidenst├╝cker


42 Künstler aus aller Welt präsentieren eines und zum Teil mehrere ihrer windaffinen Kunstobjekte oder Videos an den beiden Standorten, die Kuratorin Reta Reinl zuvor sorgfältig ausgewählt hatte. Ganz dem Zeitgeist entsprechend wurde diesmal das Thema „change!?“ gewählt und stellt die deutlich spürbaren Klimaveränderungen mit ihren Herausforderungen für den Menschen aber auch die damit verbundenen Chancen in den Fokus.

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Masken im Wind zeigt Ulrike Mayer-Trede (Diemeltal).

© Foto: Seidenst├╝cker

Mit am weitesten angereist war ein Künstlerpaar aus China. Ihr Werk, zwei Schiffe aus Bambus und Weide geflochten, kann man am Diemelufer sehen.
Die Bürgermeister aus den beiden Städten Liebenau, Harald Munser und Hofgeismar, Torben Busse dankten den Landwirten die ihre Wiesen und Felder für das Windkunstfestival zur Verfügung stellten und ebenso den Künstlern, die zum Teil eine sehr große Anreise in Kauf genommen hatten. Harald Kühlborn vom Landkreis Kassel lobte besonders den Mut und das Durchsetzungsvermögen der Kuratorin Reinl, die in Zeiten des tiefsten Lockdowns das 10. Windkunstfestival auf die Beine gestellt hat.
Das Festival geht noch bis zum 29. August 2021. Führungen an beiden Orten finden an den Samstagen, 21. und 28. August, um 14 Uhr von der Diemelbrücke in Ostheim und um 15.30 Uhr am Parkplatz Kramberg gegen Gebühr statt.
Zum Performancetag am Sonntag, dem 22. August und der Preisverleihung am 29. August werden die Details noch online bekannt gegeben. Auch die Videos können derzeit online angeschaut werden.
Eine Jury entscheidet am Ende über die Preisverleihung von insgesamt 7.000 Euro, die auf die ersten drei Preisträger verteilt werden.

 

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