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1.000 Jahre Reinhardswald

„Neue Wälder braucht das Land“

Von Inge Seidenstücker

Espenau – Zu einer ganz besonderen Feier, dem 1.000. Geburtstag des Reinhardswaldes, lud die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Hessen, Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld des Reinhardswaldes in das Waldhotel Schäferberg ein.

Kaiser Heinrich II. hat im Jahr 1019 den „Forst links der Fulda und Weser“, heute Reinhardswald genannt, dem Bistum Paderborn übertragen.
Der über 20.000 Hektar große Wald zwischen Hann. Münden und der Sababurg wurde schon viel besungen und besprochen, so auch zu diesem Anlass. Die „Zedern“-Klasse der Montesorri Schule Kassel eröffnete die Feier mit dem Lied „Alt wie ein Baum“.
In seiner Begrüßungsrede, ging Bernhard Klug, der Landes- und Kreisvorsitzende der SDW, auf die ökologische sowie ökonomische Bedeutung der Wälder, insbesondere des Reinhardswaldes ein und machte deutlich, dass er als Ort biologischer Vielfalt zugleich Wirtschaftsstandort, Arbeitgeber, Erholungsraum als auch wichtiger Klimaregulator sei. „Der Reinhardswald besteht sicher schon viel länger als die dokumentierten 1.000 Jahre. Aber sind wir froh, dass er in dieser Zeit alle bedrohlichen Szenarien überdauert hat“, sagte Klug und beklagte die negativen Umwelteinflüsse der letzten Jahre. Als größte Bedrohung für den Reinhardswald bezeichnete er die Schäden durch Klimaveränderungen, die mit Stürmen, Trockenheit und Insektenbefall den Baumbestand erheblich dezimiert habe. Rund 114.000 Hektar Wald müssen in Deutschland allein durch die Schäden von Anfang 2018 neu aufgeforstet werden.
Schon wegen der starken Bindung von CO2 Emissionen, aber auch der anderen positiven Funktionen für die gesamte Gesellschaft, gibt es „wohl kein lohnenderes Investment, als die Wälder zukunftsfähig zu gestalten“, zitierte Klug den Präsidenten der AG Deutscher Waldbesitzerverbände, Philipp zu Guttenberg.

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Sie referierten zum Thema Reinhardswald: (v.l.) Dr. Marcus Schmidt, Forstliche Versuchsanstalt, Dr. Markus Ziegler, Forstamtsleiter Reinhardshagen, Andreas Siebert, Vorsitzender Naturpark Reinhardswald, Rolf Schultzke von der oberen Forstbehörde des RP Kassel, Olliver Ulloth, MDL, Dr. Udo Schlitzberger, Landrat a.D., Bernhard Klug, Vorsitzender SDW und sein Stellvertreter Hans-Peter Gibing.

© Foto: Seidenstücker

Deutschland ist zwar reich an Wald, aber arm an Baumarten. Gerade mal nur 15 Arten bestimmen die hiesigen Wälder. Zumeist findet man Eichen, Buchen, Fichten und Kiefern. „Der Wald muss vielfältiger werden.“ Dies sei ein großes Ziel, um Deutschlands Wälder fit für die Zukunft zu machen, betonte auch Forstamtsleiter Reinhardshagen, Dr. Markus Ziegler.
Einst als Hutewald von den Bauern genutzt, erzählen Funde von unterirdischen Schätzen, wie Braunkohle, ebenso von frühen menschlichen Ansiedlungen. Dies bestätigte auch Dr. Udo Schlitzberger, Landrat a.D. und passionierter Geschichtsforscher, der einen lebhaften Überblick zur Vor- und Frühgeschichte des Reinhardswaldes lieferte. Die Moderation des Abends hatte Hans-Peter Gibing, stellvertretender Vorsitzende der SDW Hessen.

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