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Bad Karlshafen GmbH zieht Bilanz

1 Jahr Umsetzung Stadtmarketingkonzept

Bad Karlshafen (brv) - Die Bad Karlshafen GmbH setzt seit April 2017 das Stadtmarketingkonzept aktiv um und hat damit die strategische Neuausrichtung und Marketingstärkung mittlerweile abgeschlossen. Zentrale Leitprojekte wie das Baustellen-Erlebnis-Programm 2018, die Altstadt-Belebung sowie die Modernisierung der Tourismusservices sind angelaufen.

Seit April 2017 – also seit einem Jahr – setzt die Bad Karlshafen GmbH mit dem neuen Geschäftsführer Dr. Bernd Schabbing das Stadtmarketingkonzept von 2011 aktiv um. Grund genug, einmal die konkreten Ergebnisse der letzten 12 Monate und die Projekte der nächsten 12 Monate vorzustellen.
Mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Budgetierung des Stadtmarketingkonzeptes im Sommer 2017 hat die Umsetzung des Konzeptes und der darin festgelegten Maßnahmen eine starke Dynamisierung erfahren. Entsprechend hat die Bad Karlshafen GmbH als zentrale Koordinierungsstelle bereits 2017 wesentliche Veränderungen im Bereich des gesamten Tourismusmarketings vorgenommen, die den Tourismus stärken und modernisieren sollen. Auch die Stadtmarketinggesellschaft selber wurde gezielt umgebaut und erweitert.
So ist die Neupositionierung von der „Kurstadt“ zur „Kulturstadt“ mittlerweile abgeschlossen und im Angebotskatalog 2018 und der Pressearbeit bereits umgesetzt. Hier kommen nun die Alleinstellungsmerkmale (USPs) der Stadt zum Tragen: die europaweit einzigartige barocke Plan- und Idealstadt rund um einen Barockhafen und die Besiedlung mit Hugenotten sowie die mittelalterliche Burgstadt Helmarshausen mit ihrem im Mittelalter berühmten Kloster mit Buchmalerei und Goldschmiedekunst von europäischem Rang.
Diese USPs werden im Marketing aktiv unter dem Vermarktungsslogan „1.000 Jahre erlebbarer Kultur- und Glaubensgeschichte“ mit entsprechend buchbaren Angeboten beworben. Hierzu wurden erste Angebote zur konkreten Erlebbarkeit und Buchbarkeit des Kulturschwerpunktes entwickelt und in die Vermarktung gebracht, z.B. das Gruppenangebot „Akademie der historischen HandwerksKünste“ und die Pauschale „1.000 Jahre Kultur- und Glaubensgeschichte erleben“.
Über diese Neuausrichtung soll nun auch verstärkt die Zielgruppe der kulturaffinen Best Ager angesprochen und zugleich eine Saisonverlängerung erreicht werden, damit die Beherbergungsbetriebe länger vom Tourismus profitieren können.
Denn „angesichts des starken Rückgangs der Bettenkapazitäten in den letzten Jahren ist es sinnvoll, mit den verbliebenen Betten so hohe Umsätze wie möglich anzustreben. Und Kulturtouristen sind auch in dieser Hinsicht eine sehr attraktive Zielgruppe.“, weist Schabbing auf den wirtschaftlichen Gesamtansatz hin. Hintergrund ist, dass in den letzten Jahren mehrere große Hotels geschlossen und zum großen Teil als Flüchtlingsunterkunft umgenutzt wurden. Entsprechend gingen im Hotelbereich erhebliche Bettenkapazitäten verloren. Daher laufen auch parallel erste Gespräche der GmbH mit potenziellen Hotelbetreibern und Investoren, um hier wieder mehr Kapazitäten zu schaffen.
Auch bei den Services wurde eine umfassende Aktivierung und Modernisierung vorgenommen: so ist der Umzug der Tourist Information und der gesamten erweiterten Abteilung „Tourismus und Stadtmarketing“ in modernere und zentralere Räume in der Umsetzung und im Sommer abgeschlossen sein. Ab dem Sommer ist dann die Weserstraße 19 zentrale Anlaufstelle für Touristen und sorgt zugleich für die Beseitigung eines zentralen Leerstandes. Auch der Internetauftritt wird gerade modernisiert und aufgeräumt. Die Umstellung der Homepage www.bad-karlshafen-tourismus.de erfolgte in der Nacht vom 17. auf den 18. April. Bereits 2017 wurde der Angebotskatalog und weitere Printprodukte überarbeitet bzw. neu entwickelt.
Strategisch wurde die Marketing-Vernetzung mit den regionalen Tourismuspartnern GrimmHeimat NordHessen, Weserbergland Tourismus sowie der TAG/Naturpark Reinhardswald vorangetrieben. Hier wurde u.a. zusammen mit der GrimmHeimat eine eigene Online-Kampagne für die Niederlande in Höhe von 2.500 Euro gestartet, da hier 2017 über 20 Prozent Zuwachs bei den Übernachtungen zu verzeichnen waren. Auch in den ITB-Auftritt im März sowie die große Pressereise der GrimmHeimat im April war Bad Karlshafen mit der Hafenöffnung und der Welturaufführung „Perpetuum Mobile – Eine Stadt im Rausch“ einbezogen. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege war Bad Karlshafen zudem Partner bei der Eröffnungsveranstaltung des europäischen Kulturererbejahres am 18. Februar und wird zudem am 7./8. September Austragungsort der Landesweiten Zentralveranstaltung zum „Tag des offenen Denkmals“ sein.
Weiterhin lässt sich Bad Karlshafen seit Herbst 2017 als Teil der Marketinglinie „Historisches Weserbergland“ des Weserbergland Tourismus zertifizieren, womit nicht nur inhaltliche, sondern auch strukturelle Serviceoptimierungen in der Stadt (z.B. Beschilderungen, Parkflächen etc.) verbunden sein werden. Auch für die Gastgeber will die GmbH dann Beratungsleistungen bieten und - wo möglich und durch die Leistungsträger auch co-finanzierbar - Fördermittel akquirieren. Ein entsprechendes Förderprogramm zur Qualitätsverbesserung von Ferienwohnungen soll es ab Sommer 2018 geben.
Mit all diesen Maßnahmen möchte man trotz der Lage im peripheren ländlichen Raum an die Wachstumstrends und aktuelle Marketing- und Serviceanforderungen der Städte anknüpfen, die vor allem im Kulturtourismus realisiert werden.
Doch Schabbing geht es dabei nicht nur um Kulturtouristen, Übernachtungen oder Förderung der Hotellerie: „Vom Tourismus als personalintensiver Dienstleistung hängen auch weitere Angebote in Gastronomie, Handel und Service ab: von der Bäckerei über die Fleischerei bis hin zum Einzelhandelsgeschäft ist Tourismusmarketing so Arbeitsplatzgarantie für viele Hundert Bad Karlshafener, deren Jobs direkt oder indirekt vom Tourismus abhängen. Und das Gute ist: diese Stellen kann man nicht einfach ins Ausland verlagern, sondern sie sind ortsgebunden.“
Neben modernen Services und zeitgemäßen Beherbergungsbetrieben muss die Altstadt aber auch attraktive Angebote in Handel und Gastronomie bieten – gerade angesichts der aktuellen Baustellen und Großinvestitionen am und im Hafen. Mit der im Spätsommer 2017 neu eingerichteten Stelle „Citymanagement und Events“ werden daher nun die Leerstände der Altstadt aktiv bekämpft und die Baustelle und das Umfeld mit den Events des Baustellen-ERLEBNIS-Programms bespielt, damit die Region und Hessen trotz Baustelle schon 2018 wieder nach Bad Karlshafen schaut und kommt.
Hier hat die GmbH gemeinsam mit der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“, der Werbegemeinschaft und dem Bürgerverein ein Leerstands-Anmietungs- und Belebungsprogramm gestartet, das u.a. die Einrichtung eines City-Managements, einen Existenzgründerwettbewerb, die Modernisierung und Verlegung der Tourist-Info an die Weserstraße und die Aufstellung eines Ausstellungscontainers zur Geschichte und Zukunft des Hafens beinhalten. Im Spätsommer und Herbst kommen dann „Artists in Residence“ in Zusammenarbeit mit verschiedenen Stiftungen in die Stadt.
Auch die 2017 gestartete Kampagne „Wir sind offen“ wird 2018 noch stärker weitergeführt. Wesentlicher Teil der Gemeinschaftsaktion der GmbH mit Werbegemeinschaft, Gastronomie, Handel sowie Beherbergungsbetrieben ist das „Baustellen-ERLEBNIS-Programm“ mit besonderen Eventformaten wie den Treppenhauskonzerten, „Dinner in White“ und Hafenbeleuchtung am Hafen. Weitere Großevents sind neben der Fortführung der oben genannten „Klassiker“ das neue Stadt-Kultur-Festival, das Hugenotten-Festival sowie das Hafenfest im Oktober. Zudem sind auch neue Formate wie Running Diner am Hafen, Tango-Abend am Hafen und Street-Food-Festival dabei. Hinzu kommen Baustellenführungen, regelmäßige Info-Journale, eigene Internet-Präsentationen sowie Pressearbeit und Aktionen von Handel und Gastronomie.
Das Event-Highlight wird 2018 das von der Stadtmarketinggesellschaft gemeinsam mit dem Kultursommer Nordhessen beauftragte Werk „Perpetuum Mobile – Eine Stadt im Rausch“ sein, mit dem das „Theater Anu“ aus Berlin dann Hafenbaustelle und Altstadt gleichermaßen bespielen und in Szene setzen wird. Zudem wird die Stadtinszenierung auch die Leerstände der Altstadt mit einbeziehen und eine Begleitausstellung präsentieren, die dann bis Oktober in der Stadt bleibt. Welturaufführung ist am 24. Mai.
Für das gesamte Baustellen-ERLEBNIS-Programm 2018 sind etwa 150.000 Euro Gesamtausgaben geplant, die neben der GmbH u.a. durch Sponsoren und weitere Partner sowie Förderanträge finanziert werden. Hierzu haben sich alle Akteure auch gemeinsam mit Eventkonzepten bei „Ab in die Mitte Hessen“ um Fördermittel beworben. Hier hat die Stadt am 17. April 9.800 € Fördermittel für Events rund um den Hafen erhalten.
Bürgermeister und Aufsichtsrats-Vorsitzender Marcus Dittrich zeigt sich angesichts der geplanten und bereits in Umsetzung befindlicher Maßnahmen zuversichtlich für 2018: „Trotz der Dreifachbaustelle Hafenöffnung, Weserbrücke und Hangsicherung an der B 83 hoffen wir auf eine Sicherung des Erreichten und ein leichtes Wachstum. Das Baustellen-ERLEBNIS-Programm 2018 und die weiteren Aktivitäten der GmbH und ihrer Mitstreiter zur Belebung der Altstadt werden hier sicher positive Effekte erzielen. Gerade dass das alles stadttypisch und – wo möglich - in Zusammenarbeit und mit der Unterstützung der lokalen Akteure läuft, freut mich besonders.“
Langfristig ist Dittrich überzeugt, dass mit der Umsetzung des Stadtmarketingkonzeptes die Stadt Bad Karlshafen im Tourismus und den angebundenen Wirtschaftsbereichen punkten wird: durch marktbezogenes, kundenorientiertes Handeln, zeitgemäße Services und Marketing sowie die Herausstellung der Einzigartigkeit der Stadt: die bedeutende (Glaubens)Geschichte von den Mönchen bis zu den Hugenotten und die große Baukultur vom Mittelalter bis Barock, vereint unter „1000 Jahren erlebbarer Kultur- und Glaubensgeschichte“.

 

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