Drucken Versenden

30 Jahre Apothekenmuseum

Von MIchael Rubisch

Hofgeismar – Über zwei Tage hinweg feierte das Hofgeismarer Apothekenmuseum sein 30jähriges Jubiläum. Den Höhepunkt der Festivitäten bildete der Auftritt von Schauspielerin Sabine Wackernagel, die mit einer Lesung gastierte. In mühevolle Arbeit hatte das Team die Geschichte des Museums auf Schautafeln dargestellt. Es gab Führungen durch das Gebäude, Filme und jede Menge wissenswertes über die Historie des Gebäudes.

Bild anzeigen

Der große Destillationsofen im Gewölbekeller des Apotheknmuseums zeugt von der Arbeit aus vergangenen Zeit. v.l. Cecile Bauer, Christa Figur und Edgar Drechsel-Grau.

© Foto: Rubisch

Rund 1.500 Besucher kommen in jedem Jahr in das rein aus Spenden finanzierte Museum. „Darüber hinaus werden pro Jahr 40 Führungen für Gruppen und Schulklassen gebucht“, berichtet Dieter Rüddenklau vom Heimat und Verkehrsverein.
Im Keller des 400 Quadratmeter großen Hauses befindet sich die Alchemistenküche. Hier zeugt, neben zahlreichen Waagen, Gefäßen und Holzfässern, ein großer Destilationsofen von der Apothekerarbeit aus vergangener Zeit. Im Erdgeschoss, welches als Empfangsraum dient, sticht die Dampfdestillationsanlage ins Auge. Im ersten Obergeschoss befindet sich die Sonderausstellung Herbarien und Kräuterwissen. Im zweiten Obergeschoss findet sich der Nachbau der ehemaligen Brunnenapotheke am Gesundbrunnen. Als Besonderheit ist hier der Rezepturtisch zu betrachten. Im dritten Obergeschoss findet sich die „Sandersche Hirschapotheke“. Die traditionsreiche Apotheke am Hofgeismarer Markt war im Jahre 2013 geschlossen worden. Einen Besuch wert ist auch der Garten des Museums. Hier werden zahlreiche Heilkräuter wie Scharfgarbe, Rosmarin oder Thymian angebaut. Die Erforschung der Heilwirkung von Pflanzen oblag in der damaligen Zeit den Kirchen. Diverse Klostergärten zeugen noch heute davon.{element]
„Das Gebäude ist eines der ältesten der Stadt. Es stammt aus dem Jahr 1239 und war früher einmal Wohnsitz des Bürgermeisters“, berichtet Christa Figur, die bereits zahlreiche Führungen im Apothekenmuseum durchgeführt hat und Mitarbeiterin in der Hirschapotheke war. In der damaligen Zeit war das 4stöckige Gebäude Teil der alten Stadtgrenze und in die Verteidigungsanlagen integriert. Im Jahre 1929 wurde das Haus von der Stadt Hofgeismar erworben und als Wohnhaus genutzt. Als die Mieter auszogen stand das Gebäude leer und es siedelten sich Ratten an. Das Haus bekam den Beinamen „Rattenburg“ oder aber „Ahle Hütte“. Es war vom Abriss bedroht. Ein kleiner Personenkreis, unter ihnen der Apotheker Karl Friedrich-Sander, setzte sich für den Erhalt des Hauses ein. Sander hatte die Idee ein Apothekenmuseum zu errichten. Von 1979 bis 1984 wurde das Gebäude restauriert und von 1985 bis 1989 eingerichtet. Am 21.September 1989 erfolgte dann die Eröffnung des Museums.

Bilder & Videos

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder