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Kreisklinik Hofgeismar

70 Besucher bei Herzseminar

 

Hofgeismar (hak) - Etwa ein Drittel aller Erwachsenen in Deutschland hat einen zu hohen Blutdruck, das sind ca. 20 Millionen Menschen (Robert Koch-Institut). Viele von ihnen haben Bluthochdruck ohne es zu wissen.
In einer Vortragsveranstaltung in der Stadthalle Hofgeismar informierten Stefan Horn und Dr. Hans-Ulrich Braner, Chefärzte der Inneren Abteilung der Kreisklinik Hofgeismar, im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung über den Bluthochdruck.
Dr. Braner machte deutlich, dass ein unbehandelter Hochdruck über viele Jahre zu erheblichen Organschäden führen kann. Regelmäßige Messungen sind daher sinnvoll, ab einem Alter von 50 Jahren sollten häufigere Messungen erfolgen. Risikofaktoren des Hochdrucks sind u.a. Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Bewegungsmangel, so dass eine Änderung des Lebensstils die Erkrankung günstig beeinflussen kann. Insbesondere das Übergewicht und eine übermäßige Salzzufuhr erhöhen den Blutdruck, so dass eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten, verbunden mit Gewichtsreduktion, hilft, Blutdruckmedikamente einzusparen.
Dr. Braner wies auf die Folgen der Erkrankung wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Nieren- und Herzschwäche sowie Sehstörungen hin und machte deutlich, dass eine frühzeitige Behandlung viele Komplikationen vermeiden könne. Je nach Alter sollte der Blutdruck individuell eingestellt werden, neben der medikamentösen Behandlung ist aber eine Änderung des Lebensstils unabdingbar.
Stefan Horn erläuterte die Prinzipien der medikamentösen Blutdrucktherapie, die in erster Linie aus vier verschiedenen Wirkstoffklassen besteht. Diese können kombiniert und an den Bedarf des Patienten angepasst werden. Die Einstellung des Blutdrucks braucht einige Zeit und es kann mehrere Wochen dauern, bis die optimale Kombination von Medikamenten gefunden wird. Bewährt haben sich Kombinationspräparate mit zwei oder drei verschiedenen Wirkstoffen, da hierdurch die Einnahmetreue der Patienten verbessert wird.
Eine krisenhafte Blutdruckentgleisung mit Werten über 180 mmHg systolisch und/oder über 110 mmHg diastolisch kann oft durch die Einnahme eines Notfallmedikamentes wie z.B. Nitrospray behandelt werden. Der Kardiologe erklärte, dass bei einem krisenhaften Blutdruckanstieg mit Symptomen wie Luftnot, Brustschmerzen (Angina Pectoris), neurologischen Ausfällen, Benommenheit und Lähmungen ein unter Umständen lebensbedrohlicher Zustand entstehen könne, und der Rettungsdienst angefordert werden muss.

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