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Blühende Landschaften für die Artenvielfalt

Von Kerstin Aderholz

 

Hofgeismar - „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“ - dieser berühmte Satz aus dem Musical „My Fair Lady“ gewinnt auch in Hofgeismar immer mehr an Bedeutung. Mal davon abgesehen, dass die Blütenpracht in der Regel in bunten Farben leuchtet, ist der Trend zur Rettung der Artenvielfalt, also nicht auschließlich von Bienen und Co., deutschlandweit deutlich zu erkennen.

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V.l.: Bürgermeister Markus Mannsbarth und Vizelandrat Andreas Siebert enthüllen den Stein mit der Informationstafel zum Kooperationsprojekt Blühflächen.

© Foto: Aderholz

Das neueste Projekt, dass in Hofgeismar umgesetzt wurde, ist eine Kooperation mit dem Landkreis Kassel mit den Bereichen Landwirtschaft, Landschaftspflege und Naturschutz sowie weiteren Partnern, die alle ihr Know-How eingebracht haben, um für die entsprechende Nachhaltigkeit zu sorgen. Dazu gehören der Regionalbauernverband Kurhessen, der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, der Imkerkreisverein Hofgeismar, der Naturpark Reinhardswald, das Netzwerk Lebensraum Feldflur sowie Hofmeyer’s Bauernhof KG.
Konkrekt geht es um eine 4 Hektar große Blühfläche in der Gemarkung von Kelze. Es handelt sich dabei um eine naturschutzrechtliche Ausgleichsfläche der Stadt Hofgeismar. Hier einfach eine Streuobstwiese anzulegen, wäre sicherlich einfacher gewesen, erklärte Bürgermeister Markus Mannsbarth beim Ortstermin mit allen Kooperationspartnern. So aber entstand ein deutschlandweit einmaliges Pilotprojekt, von dem sich die Beteiligten umfangreiche Erkenntnisse für die Zukunft versprechen.
So wurde schließlich das Feld nicht einheitlich mit einer einzigen Saatmischung angelegt, sondern es wurden verschiedene Versuchsflächen mit unterschiedlichen Bepflanzungen geschaffen: eine ein- und mehrjährige Honigbrache, mehrjährige Blühflächen mit verschiedenen Mischungen, Ackerbrachstreifen, eine Wildpflanzenfläche sowie eine Fläche mit Sommergetreide und anschließender Stoppelbrache. Auf chemische Pflanzenschutzmittel wird verzichtet.
Schon jetzt hat sich die Artenvielfalt auf der Blühfläche deutlich erhöht, wie festgestellt werden konnte.

Durch die differenzierte Bewirtschaftung und Aussaat sollen wertvolle zukunftsweisende Erkenntnisse für die Blühflächenbewirtschaftung, deren Einbindung in die Fruchtfolge sowie die Verwertung des Abraums z.B. in einer Biogasanlage gewonnen werden.
Es ist auch geplant, Insektenhotels aufzustellen, welche als Projekte von Kindern und Jugendlichen unter entsprechender Anleitung gebaut werden könnten.
Beim Ortstermin konnte die erfreuliche Nachricht überbracht werden, dass das Monitoring (Überwachung) des Projektes über die nächsten Jahre durch die Unterstützung mit einer Summe von 25.000 Euro, die aus den Ausgleichsabgaben stammt, gewährleistet ist.
Damit ist auch die Nachhaltigkeit der Maßnahme gesichert. „Es bringt ja nichts, wenn wir kurz im Jahr 2019 mal was machen und das dann wieder aus den Augen verlieren,“ unterstrich Vizelandrat Andreas Siebert die Wichtigkeit des Monitorings.

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