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Heilpflanzen und Insektenparadies

Blütenpracht am Wegesrand

Von Barbara Siebrecht

Kreis Höxter – Jetzt im Hochsommer kann man an den Ränder der Straßen, Wege und Hecken viele heimische Kräuter in voller Blüte finden. Die verschiedenen Pflanzenarten sind für den Naturfreund herrlich anzusehen, sind zum Teil als Heilkräuter wirksam und bilden Lebensraum für zahlreiche Schmetterlingsarten und andere Insekten.

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Unverkennbar sind die zusammengeballten Samenstände der Wilden Möhre.

© Foto: Siebrecht

Wer sich aufmerksam umsieht, wird sofort die weiß blühende Wilde Möhre entdecken, die besonders reichlich vorkommt. Aus dieser Pflanze und verwandten Arten aus dem Mittelmeerraum wurde die Speisemöhre gezüchtet. Die Wilde Möhre ist durch ihre weißen, tellerartigen Blütenstände und die nestartig zusammengeneigten Fruchtstände leicht zu erkennen.

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Eine Biene hat die Blüte der Wilden Möhre angeflogen.

© Foto: Siebrecht

Sie ist eine beliebte Futterpflanze für die Raupe des prächtigen und seltenen Schwalbenschwanz-Tagfalter. Beim Spaziergang kann man aber auch zahlreiche andere Schmetterlinge wie den Kleinen Fuchs, das Tagpfauenauge, Kohlweißlinge oder mit Glück sogar einen Bläuling entdecken. Viele verschiedene Insektenarten wie Hummeln, Bienen und Fliegen werden von dem reichen Nahrungsangebot der artenreichen Ruderalgesellschaften oder Krautsäume angelockt. Typisch ist auch der hohe Steinklee, die gelben Blüten des Rainfarns und des Johanniskrautes, die Distelarten wie die Kratzdistel, die Filz-Klette und die Wilde Karde oder die weiße Schafgarbe. Die braunen Samenstände des Ampfers und die silbrigen Spitzen des Beifuß, ragen aus dem Blütenmeer heraus.

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Eine blüten- und insektenreiche Pflanzengesellschaft hat sich am Radweg gebildet.

© Foto: Siebrecht

Viele der krautigen Pflanzen, die am Wegesrand wachsen wurden schon seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt. Darunter sind Heilpflanzen, wie das Johanniskraut, aus dessen Blüten man ein Öl zur Wundheilung herstellen kann und dessen Wirkstoffe nachweislich auch gegen depressives Stimmungen helfen. Wer ein Blatt des Johanniskrautes gegen das Licht hält kann sogar die punktförmigen, mit Öl gefüllten Zellen erkennen. Andere Kräuter wie die weißblühende Schafgarbe soll als Teesud gegen unreine Haut wirken und sich blutreinigend und förderlich für den Magen auswirken. Der Blütenstand des Beifuß wird als Gewürz zu fettigen Braten wie Gänsebraten verwendet und hilft bei der Verdauung. Das überaus wirksame Heilkraut wirkt antibakteriell und krampflösend. Diese Wirkung ist zum Beispiel bei Blasenentzündung oder Menstruationsbeschwerden hilfreich. Allerdings sind Heilkräuter immer mit Vorsicht zu verwenden. In der Schwangerschaft kann Beifuß vorzeitige Wehen auslösen und von einer Verwendung bei Fieber wird abgeraten. Wer Heilkräuter verwenden möchte, sollte sich immer sehr genau über Wirkungen und Nebenwirkungen und die richtige Dosierung informieren, damit nicht aus einem Heilkraut durch Überdosierung ein Gift wird.

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