Bau der Ortsumgehung der B83 bei Herstelle

Bohrarbeiten für die Ilkstalbrücke

Von Barbara Siebrecht
Herstelle – Der Bau der Umgehungsstraße B83, die Helmarshausen, Bad Karlshafen und Herstelle entlasten wird, soll bis 2022 abgeschlossen sein und 26,5 Millionen Euro kosten. Seit Januar wurde nun mit dem Bau der 180 Meter lagen Brücke über das Ilksbachtal begonnen.

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Die Brücke wird in einem leichten Bogen das Ilksbachtal überspannen. An ihren Endpunkten wird die Fahrbahn in einem Einschnitt verlaufen.

© Foto: Siebrecht

Die 4,4 km lange Neubaustrecke der B83 wird eine Wegstreckenverkürzung von 7,4 km erbringen und ist ein länderübergreifendes Projekt. In beiden Bundesländern laufen gegenwärtig Bauarbeiten. Insgesamt ist der Neubau von sieben Brücken erforderlich, zwei davon auf westfälischer Seite. Die Grünbrücke „Schiewe Halbe“ ist fertiggestellt.
Gegenwärtig werden die drei Baustraßen für die Ilksbachtal-Brücke erstellt, die es ermöglichen, das Bohrgerät mit einem Gewicht von 80 Tonnen an seinem Arbeitsplatz aufzustellen. Auch die LKW, die den Beton für die Unterbauten anliefern, können über die Baustraße die Fundamente der Brückenpfeiler erreichen. Zusätzlich werden vier Kran-Stellplätze angelegt. Bisher wurden hier schon 4.000 Kubikmeter Boden ausgekoffert, zum Teil seitlich gelagert und zum Teil an anderer Stelle des Steckenverlaufs wieder verbaut. Ziel ist es, den anfallenden Bodenabtrag von Einschnitten nur wenige 100 Meter zu transportieren und wieder einzubauen.
Anfang April sollen die Bohrarbeiten beginnen. Insgesamt werden 78 Bohrpfähle unter 6 Fundamentplatten (sogenannte Bohrpfahlplatten, die hier 2 Meter stark, 8 Meter lang und 12 Meter breit sein werden) erstellt. Die Widerlager und die 4 Doppel-Pfeiler, die auf diesen Fundamenten gebaut werden, tragen die Brücke. Der höchste Pfeiler wird knapp 20 Meter hoch sein und zwischen den Pfeiler beträgt der Abstand zwischen 30 und 40 Metern. Die neue Brücke wird insgesamt 13,80 Meter breit und nimmt zwei Fahrstreifen mit je 4,25 Metern Breite auf. Seitlich wird die Brücke mit 2 Meter hohen Irritations- und Schallschutzwänden aus Aluminiumelementen ausgestattet. Stephan Nolte, der Projektverantwortliche von Hessen Mobil für die Ortsumgehung Bad Karlshafen erläuterte, dass die Bohrpfähle zwischen 15 und 25 Meter tief bis in den standfesten Untergrund reichen. Diese Tiefgründung beruht auf geologischen Voruntersuchungen. Um einen Bohrpfahl mit 1,50 Metern Durchmessern zu bauen, benötigen die Arbeiter einen Tag. In ca. drei Monaten sollen die Bohrpfähle fertig sein.
Das Baufeld wird mit einem Zaun begrenzt in dessen Innern sich die Baufahrzeuge bewegen dürfen. Dieser Zaun gehörte zu den Umweltauflagen, die zum Ziel haben, die umliegenden Lebensräume zu schützen. Einige Ausgleichsmaßnahmen, wie die Pflanzung von Erlen entlang des Ilksbaches und einer Obstbaumreihe sind schon Jahre vor Baubeginn durchgeführt worden.
Wenn die Fundamente und die Pfeiler und Widerlager fertig gestellt sind, werden zusätzliche, sogenannte Hilfspfeiler gebaut, die nur während der Bauzeit der Brückendecke gebraucht werden. Die Brückendecke aus Spannbeton wird in ein Traggerüst mit Holzschalung gegossen. Die Brückendecke wird in zwei Abschnitten gefertigt, die jeweils vom Widerlager aus zur Brückenmitte gebaut werden. Mit der Fertigstellung der Ilkstalbrücke wird für Ende 2021 gerechnet. Erst wenn die Brückenbauwerke nahezu fertig gestellt sind, werden die dazwischen liegenden Strecken ausgebaut. Der Beginn des Streckenausbaus ist für 2021 geplant.