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Fördermittel fangen Teil der Verluste auf

Die Wesertherme hält durch

Von Barbara Siebrecht
Bad Karlshafen – Wie so viele Betriebe der Region hat auch die Weser-Therme mit den Verlusten durch den Lockdown zu kämpfen. In den Wintermonaten zwischen Oktober und März erlebt das Sole-Bad sonst den größten Besucheransturm, dessen Erlöse nun wegfallen. In normalen Jahren kommen zwischen 235 und 250 Tausend Badegäste in die Weser-Therme.

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Bürgermeister Marcus Dittrich, Prokuristin Martina Abel und Geschäftsführer Rainer Kowald im sanierten Becken der Weser-Therme.

© Foto: Siebrecht

Die ca. 100 Mitarbeiter sind gegenwärtig auf Kurzarbeit. Die Gastronomie hat ebenso wie Bad und Sauna geschlossen. Alle Reparaturen und Sanierungsmaßnahmen, die man mit den eigenen Mitarbeitern stemmen kann, wurden schon im ersten Lockdown durchgeführt. Auch das beliebte 36 Grad Becken mit 5-prozentiger Sole ist wieder einsatzbereit. Über vier Monate hinweg war es nicht nutzbar und wurde grundlegend saniert. Die Sanierung wurde von einer Spezialfirma unter einer Folien-Einhausung im laufenden Badebetrieb durchgeführt. Ein Leck war durch eine nicht sorgfältig genug verklebte Frischwasserleitung entstanden und Fliesen hatten sich gelöst. Der Gutachter stellte fest, dass dieser Schaden auf die Bauphase zurückgeht und daher als Versicherungsschaden abgewickelt werden konnte. „Die Schadenssumme von rund 400.000 Euro belastete also glücklicherweise nicht die Stadtkasse“, freut sich Bürgermeister Marcus Dittrich. Prokuristin Martina Abel und Geschäftsführer Rainer Kowald bedanken sich für das Verständnis der Badegäste für die Einschränkungen durch die Sanierung.
Insgesamt war die Therme im vergangenen Jahr fünfeinhalb Monate geschlossen und ein Besucherrückgang von 53 Prozent muss verkraftet werden. Von Juli bis Oktober konnte das Bad nur mit beschränkter Besucherzahl öffnen, Masken mussten im Eingangsbereich und bei der Massage getragen werden. Die Besucherlenkung, Desinfektionsmaßnahmen und Überwachung der Vorschriften erforderten mehr Personal als im Normalbetrieb. Seit dem 1. November 2020 ist die Weser-Therme wieder geschlossen. Die finanziellen Einbußen werden durch die Überbrückungshilfen für November und Dezember gemildert. Abschlagzahlungen in Höhe von 100.000 Euro sind Ende Januar geflossen. Für Januar kann die Stadt Bad Karlshafen nicht auf Finanzhilfen hoffen, den in der Verordnung Überbrückungshilfe III sind Zahlungen an öffentliche GmbH´s nicht mehr enthalten. „Bis Mitte des Jahres halte wir noch durch, auch wenn die Rücklagen aufgebraucht sind“, erklärte Bürgermeister Dittrich, „das Mindeste, was wir von der Politik fordern, ist dass Kommunen Notfallschulden machen können. Es darf keine Steuererhöhungen für die Bürgerinnen und Bürger geben.“
Eine finanzielle Hilfe ist auch die Erhöhung des „Bäderpfenning“ mit dem das Land Hessen Heilbäder bei der Vorhaltung der kurspezifischen Infrastruktur unterstützt. Mit zusätzlichen 15 Millionen Euro aus dem Sondervermögen „Hessens gute Zukunft sichern“ fördert das Land Hessen die Heilbäder und Kurorte in den nächsten drei Jahren. Belastet ist die Stadtkasse der Kurstadt unter anderem durch geringere Erträge aus der Kurtaxe, geringere Miete für die Weser-Therme, die an die Besucherzahl gekoppelt ist, geringere Gewerbesteuereinnahmen und höhere Ausgaben für Hygienemaßnahmen.

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