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Lions Club Hofgeismar

Gästeabend im Zeichen der Raumfahrt

Von Michael Rubisch

Hofgeismar – Einen beeindruckenden Vortrag der Extraklasse erlebten die gut 250 Besucher in der Hofgeismarer Stadthalle. Der Lions Club Hofgeismar hatte zum Gästeabend Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Generaldirektor der europaischen Raumfahrtbehörde ESA, geladen. Unter dem Titel Raumfahrt 4.0 präsentierte Wörner einen kurzweiligen, humorvollen und informativen Vortrag über die unterschiedlichen Projekte der Weltraumorganisation.

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Prof. Dr. Ing. Johann Dietrich Wörner referierte beim Gästeabend des Lions Clubs Hofgeismar.

© Foto: Rubisch

In Kassel geboren verbrachte Wörner seine Kindheit in Hofgeismar und hat bis heute familiäre Verbindungen in die Dornröschenstadt. Dem Studium in Berlin und Darmstadt folgte eine Forschungsarbeit in Japan und die Promotion im Jahre 1985. 1990 begann Wörner seine Hochschullaufbahn und arbeitete als Professor an diversen Universitäten. Von 2007 bis 2015 war er Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.
Die Raumfahrt ist nicht nur Spielerei für „große Jungs“, sondern sie liefert für die Wissenschaft auch wertvolle Forschungsergebnisse und für die Menschen auf der Erde vielerlei hilfreiche Dinge. Wie sonst kämen die Satelliten ins All die uns fast im letzten Winkel der Erde immer noch über ein GPS-Netz auf dem Smartphone verfügen lassen.

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Ahle Wurscht aus Hofgeismar und Wein aus Immenhausen gab es als Dank für den Besuch in der Heimat. V.l.: Olaf Löber, Jan Wörner, Wolfgang Rüdiger und Thomas Brecht.

© Foto: Rubisch


In einer kurzweiligen Präsentation stellte „Jan“ Wörner die Entwicklung der Raumfahrt in Europa dar. Ein Schmunzeln im Publikum war zu hören als Wörner zwei kleine Filme zeigte und damit den Unterschied zwischen der europaischen Raumfahrt und der amerikanischen Raumfahrt demonstrierte. Beide Filme zeigten ein Kontrollzentrum nachdem eine Weltraummission erfolgreich beendet wurde. Während bei den Amerikanern großer Jubel und Partystimmung im ganzen Raum herrschte gab es bei den Europäern lediglich eine verhaltene Freude. Wörner, der seit Juli 2015 zum Generaldirektor für vier Jahre gewählt wurde, stellte auch die zukünftigen Projekte der ESA vor. So plant die ESA Satelliten zu entwickeln die mit einem Kollisionswarnsystem ausgestattet sind, damit sie auf ihrer Umlaufbahn frühzeitig erkennen, wenn eine Kollision mit einem anderen Satelliten oder Weltraumschrott droht. Auch dem Thema Weltraumschrott wird sich die Raumfahrtbehörde in Zukunft verstärkt widmen. Wörner zeigte ein beeindruckendes Bild von einem Meteoriteneinschlag, der in Kanada ein 100 Kilometer großen Krater in die Erde schlug. Auch hier soll ein Frühwarnsystem geschaffen werden um diese Gefahr für die Erde rechtzeitig zu zerstören. „Bruce Willis wird es nicht noch einmal machen“, verwies Wörner auch den Film Armageddon. Zum Abschluss hatte das Publikum noch die Möglichkeit Fragen an den Referenten zu stellen. So erfuhren die Besucher, dass der berühmte Countdown beim Start einer Rakete auf den Film „Frau im Mond“ aus dem Jahre 1928/29 zurückgeht. „Wir brauchen einen solchen Countdown eigentlich nicht“, bekräftigte Wörner. Die Raumfahrtbehörde ist Arbeitgeber für 2.500 Arbeitnehmer in den unterschiedlichsten Berufen angefangen bei Ingenieuren, Juristen, Elektrotechniker, Ärzte bis hin zu klassischen Handwerkern.

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