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Musik und Architektur einer Epoche

Großes Interesse an Treppenhauskonzert

Von Barbara Siebrecht
Bad Karlshafen – Mit etwa 70 Zuhörern waren die Treppenhauskonzerte, die im Rahmen des Baustellen-Erlebnis-Programms angeboten wurden, sehr gut besucht. Bürger und Gäste genossen den Blick in die zum Teil privaten Gebäude und lauschten der Musik aus ihrer Entstehungszeit. Karl-Erwin Franz gab Hinweise zur Baugeschichte und ehemaligen Nutzung der drei Gebäude in denen die Konzerte stattfanden.

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Während Christian Schäfer spielte, saßen die Zuhörer auf den Treppenstufen.

© Foto: Siebrecht

Veranstaltungs-Initiator und Cembalist Christian Schäfer nutzt drei verschiedene Cembali, die in den Treppenhäusern aufgestellt wurden. Bei einigen Musikstücken wurde er von der Violinistin Dagmar Schindewolf begleitet. Schäfers wertvollen Instrumente sind Nachbauten historischer Cembali, die ab den 1950er Jahren gebaut wurden. Sie unterschieden sich untereinander stark in ihrem Klang. Der Cembalist, der auch mit Barockensembles auftritt, versuchte, dem Publikum die Unterschiede der Musik verschiedener Komponisten des Barock nahezubringen. Im Treppenhaus des Rathauses spielte er Werke französischer Komponisten und begann mit einer Gavotte. Die Palette der vorgestellten Komponisten und Werke reichte bis zum Ende der musikalischen Epoche über Buxtehude Bach und Händel bis zu Mozart und umfasste unter anderem Tänze, Präludien, Märsche und die Vertonung eines Schlachtengetümmels mit deutlich hörbaren Kanoneneinschlägen.

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Christian Schäfer wurde von Dagmar Schindewolf an der Violine begleitet.

© Foto: Siebrecht


Über die genutzten Gebäude lernten die Besucher, dass das Erdgeschoss des Rathauses zunächst als Pack und Lagerhaus der zunächst Sieburg genannten Stadt diente. Im Obergeschoss befanden sich repräsentative Räume für den Landgrafen. Im Zwischengeschoss waren Wirtschaftsräume wie eine Küche aber auch ein Raum für die Wache mit Gefängniszellen eingerichtet. Der zweite Spielort war das Elternhaus des Cembalisten neben dem Hotel „Zum Schwan“, dessen Glasfenster und Treppengeländer aus dem Jugendstil noch erhalten sind. Als dritten Spielort nutzte man das ehemalige Zollhaus (Eckhaus am Hafen an der Teufelsbrücke). Die ganz unkomplizierte Art, klassische Musik zu genießen, auf Treppenstufen oder Hockern zu sitzen, Einblicke in historische Gebäude und deren Geschichte zu erhalten und von Ort zu Ort zu wandern, fand bei den Teilnehmern am Treppenhauskonzerten großen Anklang.  

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