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Hannes Wader in Höchstform

Von Michael Rubisch

Hofgeismar – Seit 50 Jahren bereist Hannes Wader die Bühnen der Republik. Nachdem er Anfang des Jahres bekannt gab, dem aktiven Tourneeleben den Rücken zu kehren, ist es dem Kulturforum Hofgeismar gelungen, den Liedermacher für eines seiner letzten Konzerte in die Stadthalle zu locken. Bereits im Mai waren alle Tickets vergriffen.

„Wenn ihr noch die Gelegenheit habt geht hin und schaut euch den Mann live auf der Bühne an. Er befindet sich gerade in der Form seines Lebens“, fand Campino, Frontsänger der „Toten Hosen“, in der vergangenen Woche lobende Worte über Hannes Wader. Seit vielen Jahren zählen die Mitglieder der Punkband zu großen Fans und feierten in der vergangenen Woche beim Auftritt Waders in Husum gemeinsam mit dem Künstler.
Mit einer zweijährigen Ausnahme beginnt Wader seit dem Jahr 1972 seine Konzerte stets mit seinem wohl größten Erfolg „Heute hier, morgen dort“ und dies sollte sich auch in Hofgeismar nicht ändern. Bereits dort standen einige Besucher auf, gaben stehende Ovationen und summten leise mit. Hannes Wader verfügt über eine breite Palette an Songs. Sozialkritik und Ironie schwingen häufig in den Texten des politisch engagierten Liedermachers mit. So verriet er dem Publikum, dass sein Titel "Schön ist die Jugend" mit einer großen Portion Ironie daherkommt. „Schön ist die Jugend so sorglos und frei“, heißt es dort, „Gott sei Dank ist sie endlich vorbei und zum Glück kommt sie nie mehr zurück“.
„Ich könnte mich den ganzen Abend selbst zitieren und wisst ihr was, das werde ich auch tun“, verriet Wader dem begeisterten Publikum. Mit seinen Liedern ist Wader häufig angeeckt, doch war es genau diese kritische Sichtweise, die ihm auch seine größten Erfolge einbrachte. Bereits seit der französischen Revolution gaben Männer und Frauen ihr Leben für die Demokratie. Ihnen widmete er das Bürgerlied.
Als einen seiner bewegendsten Momente empfand Wader seinen Auftritt bei einer Demonstration gegen Rechts in Leipzig im Jahre 2011. Gemeinsam mit dem letzten Überlebenden des KZ Börgermoor im Emsland, Hans Lauter, sang er damals das Lied der Moorsoldaten. In Hofgeismar widmete er Hans Lauter diesen Song.
Zum Abschied sang das Publikum das Antikriegslied „Sag mir, wo die Blumen sind“, welches in Deutschland von Marlene Dietrich interpretiert wurde. Mit Gänsehaut verließen viele Besucher an diesem Abend die Stadthalle, denn sie hatten einen der großen Künstler dieser Zeit noch einmal live erlebt.

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