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Jahrbuch 2020 des Landkreises

Heimatgefühl – mal positiv, mal negativ

Von Inge Seidenstücker


Landkreis Kassel/Hümme – Von Heimatgefühlen, starken Frauen, scharfen Scheiben und einem Brief an den Reinhardswald geht es unter anderem im Jahrbuch des Landkreises, welches nun im Generationenhaus Bahnhof Hümme den Mitgliedern des Redaktionsbeirates sowie den Autoren der einzelnen Beiträge vorgestellt wurde.

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Viele interessante Geschichten und Fotos machen das rund 300 Seiten starke Buch zu einem kurzweiligen, informativen und zum Nachdenken anregenden Werk. (V.l.) Christien-M. Borschel (Jahrbuch Redaktion), Landrat Uwe Schmidt und Anne Riedel (Jahrbuch Redaktion).

© Foto: Seidenstücker

Das Grundthema des Buches „Heimat“ wird darin aus ganz verschiedenen Sichtweisen beleuchtet. Während der eine den Begriff „Heimat“ eher belastend empfindet, löst es für den anderen angenehme Erinnerungen und Emotionen aus. Jedoch zunehmend wandelt sich der Begriff vom Negativen zum Positiven. So findet man rund 70.000 Einträge im Internet, gibt man Heimat in einer Suchmaschine ein. Unter vielen Einträgen von Jung und Alt und verschiedener politischer Gruppierungen, finden sich auch viele von Rechtspopulisten, die sich dem Heimatbegriff für ihre Überzeugungen bedienen.
So facettenreich, wie die Autoren sind auch deren Beiträge im Jahrbuch. Bewegend und spannend berichten sie über ihr ganz persönliches Heimatgefühl und was sie mit ihrer Heimat verbinden. So kommen in dem Buch Menschen zu Wort, die im Kreis verwurzelt sind oder einst waren oder hier eine neue oder auch zweite Heimat gefunden haben. Wie etwa der in Israel lebende Dr. Dan Frank, der älteste Sohn der Jüdin Meta Frank, die 1934 aus Nordhessen floh. Oder die Geschichte einer starken Frau, die mit ihrer Familie aus dem Irak geflüchtet ist und hier endlich Zugang zu Bildung bekommt und alles daran setzt, sich und ihre Familie hier zu integrieren.
„Für jeden hat Heimat eine andere Bedeutung“, sagte Landrat Uwe Schmidt bei der Buchvorstellung. So habe Heimat für jeden seinen eigenen Geschmack, Geruch und Geräusche, machte er deutlich.
Auch für die Redaktionskoordinatorin Anne Riedel, war Heimat immer negativ besetzt, sagte sie, doch während der Entstehung des Buches habe auch sie eine ganz neue und positive Sichtweise auf das Thema bekommen.
Zu den Schwerpunktthemen findet man in dem Jahrbuch Berichte über historische Bauwerke, aktuelle Entwicklungen und interessante Projekte aus einzelnen Orten des Landkreises. Viele Fotos ergänzen das Geschriebene.
In einem persönlichen, emotionalen Brief an den Reinhardswald beschreibt der Autor die Schäden, die durch Stürme, Borkenkäfer und Trockenheit dem „lieben Reinhardswald“ zu schaffen machen. Zum Schmunzeln, aber auch Kopfschütteln werden die Ansichten des Theologen und Philosophen Möbius beschrieben, der Anno 1900 ein Buch „Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes“ verfasste.
„Insgesamt gibt es auf rund 150 Seiten 50 Beiträge, die aus einer noch größeren Zahl von Vorschlägen ausgewählt wurden“, sagte der Landrat und dankte den ausschließlich ehrenamtlich tätigen Autorinnen und Autoren. Auf weiteren 147 Seiten findet man Rückblicke auf wichtige Ereignisse aller Kommunen im Kreis.
Auch dem in diesem Frühjahr neu eröffneten Kinder- und Jugendzentrum im Generationenhaus Bahnhof Hümme ist im Jahrbuch ein Beitrag gewidmet. Damit schließt sich der Kreis zur Vorstellung des Buches in dem historischen Bahnhofsgebäude.
Das Jahrbuch 2020 ist zu einem Preis von 7 Euro im Buchhandel, bei der Kreisverwaltung (Christien-M. Borschel, Tel. 0561/10031329, christien-madeleine-borschel@landkreiskassel.de) sowie den Städten und Gemeinden im Kreis zu bekommen.

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