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Am Schmetterlingssteig

Infotafel „Kalkmagerrasen“

Sielen (hak) - Die Wanderer des Schmetterlingssteigs im Bereich des „Kleinen Hölzchens“ oberhalb Sielen werden zukünftig mit vielen wertvollen Informationen über die Artenvielfalt des dort renaturierten Kalkmagerrasens versorgt. Der Landkreis Kassel hat mit Unterstützung der Stadt Trendelburg und des Naturparks Reinhardswald am Rand des Wanderweges eine Infotafel platziert. Von diesem Standort aus hat der Beobachter einen wunderschönen Blick auf die Landschaft des Diemeltals.
„Diese Tafel soll sowohl Naherholungssuchende als auch Einheimische über die Besonderheit und Artenvielfalt der hiesigen Landschaft informieren und zur Wertschätzung dieser einzigartigen Natur und Landschaft beitragen,“ sagt Jürgen Düster, Fachdienstleiter Landschaftspflege beim Landkreis Kassel. „Die Kalkmagerrasen geben unserer Landschaft ein Gesicht,“ ergänzt Bürgermeister Martin Lange. „Die Wiederherstellung dieser die Diemelhänge prägenden Lebensräume bereichern unsere Landschaft und fördern zudem die Artenvielfalt von Flora und Fauna. Deshalb stellen wir unsere Flächen gern für das Renaturierungsprojekt des Landkreises zur Verfügung“, berichtet er.
Das Projekt wird als Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben von Wissenschaftlern der Uni Osnabrück begleitet und vom Bundesamt für Naturschutz sowie den Ländern Nordrhein-Westfalen und Hessen gefördert. Der Landkreis Kassel hat als Projektträger etwa 4 ha rund um das „Kleine Hölzchen“ von Gehölzen befreien lassen, damit sich dort wieder Orchideen und andere wertvolle Arten auf diesen flachgründigen, nährstoffarmen Böden ansiedeln können. Profitieren sollen davon nicht zuletzt die Schmetterlinge, die nun wieder mehr Nahrung und bessere Lebensraumbedingungen vorfinden. „Ausdruck der großen Bedeutung der Kalkmagerrasen des Diemeltals für den europaweiten Artenschutz generell und für Schmetterlinge im Besonderen ist die Ausweisung dieses Gebiets als nördlichste der 19 „Prime Butterfly Areas“ Deutschlands,“ berichtet Jürgen Düster.
Die freigestellten Flächen sollen zukünftig von einem Schäfer der Region beweidet und offen- gehalten werden, denn die typischen Pflanzen und Tiere des Magerrasens benötigen für ihre Entwicklung und Ansiedlung viel Licht und Wärme. „Die wolligen Vierbeiner sind dafür die geeignetsten und günstigsten Landschaftspfleger, nur ungern helfen wir mit Maschinen oder per Hand nach“, erläutert Düster.
Der Ortsbeirat von Sielen wünscht sich, dass viele Anwohner und Touristen den Schmetterlingssteig besuchen und die Besonderheiten von Natur und Landschaft erfahren und erleben. „Dies sind unsere besonderen Schätze, die wir bewahren und erhalten müssen,“ sind sich Ortsvorsteher Jan Hofeditz und Louisa Jordan, Mitglied des Ortsbeirats, einig.

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