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Kabarett mit Witz und Tiefsinn

Von Michael Rubisch

Hofgeismar – Kabarettist Michael Altinger, bekannt aus der Sendung Schlachthof im bayrischen Fernsehen, gastierte mit seinem Programm „Hell“ in der Hofgeismarer Stadtbücherei. Der Bayer präsentierte den ersten Teil seiner geplanten Bühnentriologie vor rund 100 Zuschauern.

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Michael Altinger spielte im Gewölbekeller der Stadtbücherei. 

© Foto: Rubisch

„Schön, dass ihr so mutig seid, die Veranstaltung zu besuchen“, freute sich Altinger zu Beginn seines Programms. „Ich habe gerade in die Gesichter geschaut und mir gedacht, Lebensfreude sieht anders aus“, betonte er weiter. Nachdem die Fronten also relativ schnell geklärt waren wendete sich Altinger In seinem Programm kritisch der Gesellschaft zu. „Es gibt Leute die gehen Putzen, damit sie sich eine Putzfrau leisten können“, erntete Altinger erste Lacher. Auch er sei von der Selbstoptimierung nicht ausgenommen, So achte er beispielsweise penibel auf sein Hinterteil, hat es aber in Gedanken auch schon lange abgeschrieben: „So viel Botox kannst gar nicht spritzen“. „Die Ärsche der Welt müssen heute halt nach oben“, so sein abschließendes Credo.
Seine Pointen richtete der Ur-Bayer im Laufe des Programms zudem gegen Veganer, Frauen und ihrer Einparkproblematik, sowie besonders gegen Stand-Up-Paddler, dabei bleibt aber alles im Rahmen des Erlaubten. Die neue Trendsportart hatte es ihm besonders angetan. „Egal welchen Paddler du fragst, warum er die Sportart betreibt, die Antwort ist immer dieselbe: Es trainiert halt Alles“. Der Erfinder der Sportart müsse der gleiche Mensch gewesen sein, der Leuten eingetrichtert hat mit Skistöcken im Sommer durch den Wald zu laufen. Anstatt Stand-Up-Paddling widmet sich Altinger lieber dem „Sit-down-fressing“.
Einen roten Faden hat das Programm ebenfalls. Im Auftakt des Programms hat Altinger einen Unfall. Lediglich Blechschaden, Altinger ist eindeutig der Schuldige, was er auch offen zugibt. Dann folgt das erste Telefonat mit seinem Versicherungsvertreter, der ihm die Kosten für den Schaden mitgeteilt. Erste Zweifel an der Schuld machen sich breit. Mit jedem Telefonat schalten sich weitere Personen ein und die Wahrheit verschwimmt immer mehr. Gebastelte Zeugen tun ihr übriges. Eine neue Wahrheit entsteht und die ist für den Verursacher weitaus günstiger. Auch hier zeigt der gesellschaftskritische Ansatz des Künstlers, wenn er alternative Wahrheiten schafft.
Das Publikum im Gewölbekeller ist begeistert. Es ist der hintergründige Humor, der Altingers Programm künstlerisch wertvoll macht und den honorieren die Besucher am Ende mit viel Applaus.

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