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Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen in Liebenau

Von Kerstin Aderholz

 

Liebenau - Seit gut einem halben Jahr gilt für die gesamte Stadt Liebenau eine Kastrations- und Kennzeichnungsfrist für Katzen mit Freigang. Durch die Kastration soll der unkontrollierten Vermehrung und den daraus resultierenden Problemen entgegengewirkt werden. Sie ist eine gängige Methode und wird auch gemäß § 6 Absatz 1 Nr. 5 Tierschutzgesetz als zulässige Maßnahme zur Verhinderung unkontrollierter Fortpflanzung genannt.

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Katzen mit Freigang müssen in Liebenau kastriert und gekennzeichnet werden.

© Foto: Aderholz

Langfristig soll das der Stadt (und damit den Bürgern) auch Kosten ersparen, die sie für die Unterbringung von Fundtieren aufbringen muss und sollten sich noch mehr Städte und Gemeinden zu solch einer Verordnung durchringen, könnten dadurch auch die Tierheime langfristig deutlich entlastet werden. Weitere Probleme der Vermehrung umfassen gesundheitliche Beeinträchtigung von Menschen und Haustieren (z.B. auch Hauskatzen mit Freigang) durch Krankheitserreger, die von kranken, frei lebenden Katzen ausgeschieden werden, Belästigung durch streunende Katzen (z.B. durch Lärm zur Paarungszeit), Gefährdung teilweise bestandsbedrohter anderer Tierarten wie Singvögel oder auch nicht zuletzt Qualen verletzter und kranker Katzen.

Die Kennzeichnung durch Tätowierung oder (besser) Chip gewährleistet eine schnelle Identifizierung von entlaufenen oder auch zu Tode gekommenen Tieren, deren Besitzer dann zumindest Gewissheit über den Verbleib ihrer Katze haben.

Wer sich als Halter nicht an die Katzenschutzverordnung hält, muss letztendlich mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen.

Die meisten Bürger der Stadt zeigen sich durchaus einsichtig der Verordnung gegenüber - die meisten verantwortungsvollen Katzenhalter haben ihre Tiere ohnehin bereits kastriert und gechipt.

Einige wenige aber haben für die Maßnahme überhaupt kein Verständnis, mit der Konsequenz, dass bereits das ein oder andere Aufforderungsschreiben zur Umsetzung der Verordnung vom Ordnungsamt verschickt wurde.

 

Hilfe in Anspruch nehmen

Wer aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten hat, seine Katzen kastrieren und kennzeichnen zu lassen, sollte keine Scheu haben, sich an Sascha Thöne vom Ordnungsamt der Stadt Hofgeismar, Tel. 05676/9898-12, zu wenden. Von hier aus wird ein Kontakt zu ehrenamtlichen Helfern hergestellt, die die Katzenhalter bei der Umsetzung unterstützen können.

 

 

Katzenschutzverordnung für das Gebiet der Stadt Liebenau


Aufgrund des § 21 Absatz 3 der Delegationsverordnung des Landes Hessen vom 24.04.2015 (GVBI. 1, S. 190) in Verbindung mit § 13 b Tierschutzgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 18.05.2006 ((BGBI. I, S. 2205, zuletzt geändert durch Gesetz vom 28.07.2014 (BGBI. 1, S. 1308)) wird durch den Magistrat der Stadt Liebenau folgende Rechtsverordnung erlassen:

§1
Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierpflicht

(1) Katzenhalter/innen, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, haben diese zuvor von einem Tierarzt/einer Tierärztin kastrieren und mittels Mikrochip oder Tätowierung kennzeichnen sowie registrieren zu lassen. Die Registrierung erfolgt, indem neben den Daten des Mikrochips/der Tätowierung der Name und die Anschrift des Halters/der Halterin in das kostenfreie Haustierregister von Tasso e.V. eingetragen wird.

Dies gilt nicht für weniger als 5 Monate alte Katzen.

(2) Als Katzenhalter/in im vorstehenden Sinne gilt auch, wer freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt.

(3) Der Stadt ist auf Verlangen ein Nachweis über die durchgeführte Kastration und Registrierung vorzulegen.

(4) Für die Zucht von Rassekatzen können auf Antrag durch die Stadt Ausnahmen von der Kastrationspflicht zugelassen werden. Die übrigen Bestimmungen in den Absätzen 1-3 bleiben hiervon unberührt.

§2
Maßnahmen

Wird eine fortpflanzungsfähige Katze, die unkontrollierten freien Auslauf hat, im Stadtgebiet Liebenau angetroffen, so kann dem Halter/der Halterin aufgegeben werden, das Tier kastrieren, kennzeichnen und registrieren zu lassen. Ist eine fortpflanzungsfähige angetroffene Katze nicht gekennzeichnet und registriert und kann ihr Halter/ihre Halterin deswegen nicht innerhalb von 48 Stunden identifiziert
werden, so kann die Stadt die Kastration auf Kosten des Halters/der Halterin durchführen lassen. Ein vom Halter/von der Halterin personenverschiedener Eigentümer/personenverschiedene Eigentümerin hat die Maßnahmen nach Satz 1 und 2 zu dulden.

§3
Ordnungswidrigkeiten

(1) Ordnungswidrig handelt, wer

1. entgegen § 1 Absatz 1 und 2 eine Katze nicht kastrieren oder kennzeichnen und registrieren lässt,
2. entgegen § 1 Absatz 3 den Nachweis auf Verlangen nichtvorlegt.

(2) Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 können mit Geldbußen bis zu 1.000 Euro geahndet werden.

§4
Inkrafttreten

Die Verordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft.

Liebenau, 19.12.2016

 

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