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Berufspaten helfen bei „Tandem auf Zeit“

Keine Angst vorm Bewerbungsgespräch

Von Inge Seidenstücker

Landkreis Kassel/Hofgeismar – Junge Menschen die kurz vorm Start in das Berufsleben stehen, wissen oft nicht, wie sie vorgehen sollen und haben Angst vor einem Vorstellungsgespräch. Eine große Hilfe können da „Berufspaten“ geben.

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(V.l.) Die Berufspaten Ernst Blomeke und Bernhard Boss bei einem Probe-Bewerbungsgespräch mit Carina Wetekam. Sie möchte gerne eine Ausbildung zur Justizfachangestellten machen und bekam eine sehr positive Rückmeldung von den beiden Mentoren.

© Foto: Seidenstücker

Das Ehrenamt Berufspate wurde 2008 vom Landkreis Kassel eingerichtet. Die Aufgaben bestehen darin die Schüler zunächst auf Bewerbungsgespräche vorzubereiten. Dies geschieht bereits in den Schulen. Wie beispielsweise an der Hofgeismarer Gustav-Heinemann-Schule, wo derzeit die Abgangsklassen in Einzelgesprächen mit den Berufspaten ein Bewerbungsgespräch auf Probe führen. Die Schüler präsentieren dabei nicht nur ihre Bewerbungsunterlagen, sondern erfahren auch wie es sich in der Realität anfühlt. Die Berufspaten sind allesamt erfahrene Personen, die sich aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit auf diesem Gebiet auskennen.
Sie führen mit den Schülern ein Bewerbungsgespräch über rund 20 Minuten. Danach geben sie ihnen 10 Minuten ein Feedback. Den Berufsanwärtern sollen damit eventuelle Ängste genommen werden. Ebenso erhalten sie Ratschläge, wie sie sich noch besser vorbereiten können und werden auch über eigene Verhaltensweisen aufgeklärt. Aber auch seitens der Schüler wird eine Bewertung über die Berufspaten abgegeben. Meist ist diese aber sehr positiv.
Doch damit ist die Arbeit der Paten keineswegs zu Ende. Vielfach begleiten sie die ganze Ausbildung eines Jugendlichen. Manchmal sind sie sogar bei der Beschaffung eines Ausbildungsplatzes behilflich.
Gerade bei den Zuwanderern ist der Bedarf sehr groß, informierte Brigitte Vogler, die für die Koordination der Berufspaten zuständig ist. Sprachliche und kulturelle Hürden gäbe es da zu überwinden. Doch lohne sich die Arbeit auf jeden Fall. So berichteten einige der Berufspaten, dass in diesem Jahr bereits zwei begleitete Jugendliche ihren Abschluss als IT-Kauffrau und Hauswirtschafter gemacht haben. Viele positive Beispiele spornen die Paten zum Weitermachen an.
Sie geben den jungen Leuten Sicherheit und Selbstvertrauen und vermitteln den Wert einer Berufsausbildung. „Manche wissen überhaupt nicht wo die berufliche Reise hingehen soll“, ist die Erfahrung mancher der Ehrenamtler.
Zurzeit werden im Landkreis 21 junge Menschen beim Projekt „Tandem auf Zeit“ von Berufspaten begleitet. Die meisten sind bereits in einer Ausbildung und manche noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
Die Nachfrage nach solchen Mentoren ist groß, sodass gerade im nördlichen Landkreis lebens- und berufserfahrene Freiwillige gesucht werden, junge Menschen beim Start ins Berufsleben zu unterstützen.
Regelmäßige Fortbildungen sowie Stammtische zum Erfahrungsaustausch werden von der Trägerin des Projekts, der Gemeinnützigen Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis, organisiert. Die Paten sind eingebunden in ein professionell betreutes Netzwerk und bekommen eine Aufwandsentschädigung.
Das Berufspatenprojekt wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration.
Bei Interesse kann man sich an Brigitte Vogler wenden, Tel. 0561/10031275, berufspatenprojekt@landkreiskassel.de. Weitere Informationen unter landkreiskassel.de/berufspatenprojekt.

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