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Kommunale Jugendpflege

Kreis unterstützt Jugendarbeit mit 176.000 Euro

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Leiter der Jugendförderung im Landkreis Kassel, Daniel Klein.

© Foto: privat

Landkreis Kassel (hai) - Der Kreisausschuss hat beschlossen, die Jugendarbeit in den Kommunen des Landkreises mit insgesamt 176.000 Euro zu unterstützen. "Ich freue mich, dass wir diese Unterstützung auch in diesem Jahr leisten können, denn unser Ziel ist es, die Beschäftigung von hauptamtlichen Jugendpflegern zu sichern, damit möglichst viele unserer Städte und Gemeinden weiterhin eine dezentrale und offene Jugendarbeit anbieten", erläutert Vizelandrat Andreas Siebert. Der Zuschuss stehe grundsätzlich allen Kommunen in gleicher Höhe zu. Habe eine Kommune keinen Ortsjugendarbeiter, werde deren Anteil auf die anderen Kommunen verteilt.
Tatsächlich haben in den vergangenen Jahren fünf Städte und Gemeinden im Kreis, unter dem Druck leerer Kassen und der Verpflichtung zur Haushaltskonsolidierung, die kommunale Jugendarbeit reduziert oder gar ganz eingestellt. "Das ist natürlich bedauerlich", betont Daniel Klein, Leiter der Jugendförderung beim Landkreis, "im Vergleich mit anderen hessischen Kreisen stehen wir damit aber noch gut da."
Ein Grundproblem sei, dass mancher Gemeindevertreter nicht so richtig wisse, was die Jugendarbeit eigentlich leistet, so Klein. Man müsse aber auch selbstkritisch sein: "Manchmal wird es auch nicht ausreichend transparent gemacht." Der gesetzliche Auftrag sei sehr allgemein, nämlich die Entwicklung von jungen Menschen positiv zu beeinflussen. Dies geschehe in der Tat vor allem durch informelles Lernen. Etwa von sozialen Kompetenzen. Auch böte die Jugendpflege eine Form der Orientierung, die in den Elternhäusern zunehmend verloren gehe. Im besten Fall biete die Jugendarbeit selbst Perspektiven, etwa in dem Jugendliche zu Teamern und Vorbildern für andere Kinder werden. Zudem gebe es Studien die nahelegen, dass Jugendliche die in solchen Gruppen eingebunden waren, später eher geneigt sind im Ort zu bleiben, statt wegzuziehen.
"Diese Arbeit lässt sich aber nicht in Zahlen messen", betont Klein. "Und sie ist langfristig angelegt, dauert oft länger als eine Wahlperiode." Auch das sei ein Problem für die kommunalen Entscheidungsträger.
Gleichzeitig sehen sich die Jugendpfleger neuen Herausforderungen gegenüber. "Die Zeiten in denen die Jugendlichen in die Jugendzentren und Jugendräume geströmt sind, ist vorüber", sagt Daniel Klein. "Denn die Kommunikation der jungen Menschen spielt sich immer mehr in der digitalen Welt ab." Wie ist damit umzugehen? "Die Jugendarbeit ist da momentan gespalten", sagt Klein. Einige wollen die Jugendlichen in die analoge Welt holen. Andere wagen sich selbst in die sozialen Netzwerke von Facebook und Co. Ein fertiges Konzept sei beides aber nicht. Die Kreisjugendförderung bemühe sich daher Impulse zu geben, sei Berater. Die Bezuschussung durch den Kreis verpflichte übrigens die Ortsjugendarbeiter zur Teilnahme an Dienstbesprechungen und Fortbildungsveranstaltungen der Kreisjugendpflege.

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