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Hafenbetrieb wird wieder aufgenommen

Mit Pflanzenkraft gegen Algenteppich

Von Barbara Siebrecht
Bad Karlshafen – Der Landgraf-Carl-Kanal wird in Höhe der Conradistraße/Invalienstraße zum Lebensraum für Pflanzen, die überschüssige Nährstoffe aus dem Wasser entfernen können. Gleichzeitig entsteht ein Biotop in dem sich auch Libellen und Wasserinsekten aufhalten und das als Kinderstube für Jungfische gut geeignet ist.

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Jungfische finden zwischen den Wasserpflanzen Schutz und Nahrung.

© Foto: Siebrecht

Der aufmerksame Betrachter, kann schon jetzt, wenige Tage nach der Pflanzaktion, kleine Fische zwischen dem neu gepflanzten Schilf, Binsen und Seggen entdecken. Die Anlage einer „Pflanzenkläranlage“ im Kanal soll in Zukunft den Algenteppich im Hafenbecken verhindern. Bis die Klärwirkung der Repositionspflanzen sich voll entwickelt, werden allerdings noch viele Wochen vergehen. Bis dahin sollen Algen im Hafenbecken mechanisch abgeschöpft werden.
Der Vorschlag, das Hafenwasser durch Pflanzen zu klären geht auf eine Gewässeranalyse von Dr. Heike Zimmermann-Timm von Goethe-Universität Frankfurt zurück, die Wasserproben nahm und feststellte, das die überschüssigen Nährstoffe mit dem Diemelwasser eingetragen werden und vermutlich bei stärkerem Regen von den Äckern abgeschwemmt wurden. Das Prinzip der Wasserreinigung durch Pflanzen wird erfolgreich bei Kleinkläranlagen und Schwimmteichen angewendet. Die Repositionspflanzen wirken durch Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff aus der Photosynthese und den Microorganismen auf ihren Wurzeln, die Stoffe abbauen können. Durch ihr Wachstum nehmen sie Nährstoffe auf und bauen sie in ihre Blätter und Stängel ein.

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Die Wasserpflanzen wurde in eine Kiesschüttung gepflanzt.

© Foto: Siebrecht


Gärtnerei Neumann brachte als Filter und Wurzelraum 710 Tonnen Weserkies der Körnung 16/32 auf einer Länge von 80 Metern ein und pflanzte 4.800 Repositionspflanzen. Als Pflegemaßnahem wird ein regelmäßiger Schnitt der Wasserpflanzen und ein Entfernen des Schnittgutes nötig sein, um insbesondere Phosphor aus dem System zu entfernen.
Die Kosten von 30.000 Euro werden aus Naturschutzmitteln des Landes Hessen aufgebracht. Nach der Pflanzmaßnahme wurde der Hafen in Abstimmung mit der Baumaßnahme an der Hafenmauer wieder behutsam befüllt. Zum letzten Juniwochenende kann der Hafenbetrieb mit Schleusungen wieder aufgenommen werden. Für die ersten Schleusungen des Jahre 2020 liegen schon Anfragen von Interessenten vor, berichtete die Bad Karlshafen GmbH. Im letzten Jahr wurden 400 Schleusungen durchgeführt. Im Hafenbecken stehen 17 Dauer- und 15 Tagesliegeplätze für Freizeitboote zur Verfügung.

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