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Privater Bauherr investiert in Hofgeismar

Modernes Wohnen in historischer Altstadt

Von Inge Seidenstücker

Hofgeismar – Nur wenige Meter von der Fußgängerzone, an der Brauhausstraße/Ecke Brauhausgasse in Hofgeismar werden in den nächsten Monaten drei moderne Einfamilienhäuser auf einer rund 300 Quadratmeter großen Grundfläche entstehen. Schon lange standen hier drei Gebäude leer und waren am verfallen.

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Bürgermeister Markus Mannsbarth (li.) hofft auf viele Nachahmer, die sich das Bauprojekt im Zentrum Hofgeismars zum Vorbild nehmen. Daneben Bauamtsleiter Karl-Heinz Gerland, Sven und Kirsten Köster mit ihren Kindern.

© Foto: Seidenst├╝cker

Nun bewegt sich etwas, sehr zur Freude des Bürgermeisters Markus Mannsbarth, der das Bauvorhaben der Eheleute Kirsten und Sven Köster als ein wunderbares Beispiel begrüßt, wie man modernes Wohnen in ein historisches Umfeld integrieren kann.
Nicht nur, dass innerstädtischer Wohnraum geschaffen wird, so werden hier auch unansehnliche, zum Teil verfallene alte Fachwerkhäuser durch neue moderne ersetzt. Dabei wurden diese so geplant, dass sie sich hervorragend in die Umgebung des historischen Stadtbildes einfügen. Dies wurde auch vom Denkmalschutz so bewertet, der das Projekt als seit langem „beste zeitgenössische Planung“ bezeichnete.
„Schon lange suchten wir nach einem geeigneten Grundstück um Wohnraum zu schaffen für junge sowie ältere Menschen, Paare oder Familien“, sagte Sven Köster der mit seiner Frau Kirsten nun sehr froh ist in Hofgeismar sein Projekt umsetzen zu können. Lobend äußerte er sich auch über die gute Zusammenarbeit und Unterstützung mit Stadt und Bauaufsicht.
Nachdem sie die bisherige Bebauung erworben und unter Zustimmung der Denkmalpflege abreißen ließen, soll im Januar 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Vorab werden noch die öffentlichen Versorgungsleitungen und Verkehrsflächen erneuert. „Dies ist jetzt eine einmalige Möglichkeit die Arbeiten kostengünstig auszuführen, da nach Herstellung der Neubauten die Befahrbarkeit der engen Gasse mit Baumaschinen deutlich aufwendiger wäre“, erklärte Reinhard Rudolph vom Stadtbauamt Hofgeismar. Geplant sind drei eigenständige Gebäude von jeweils 110 Quadratmetern Wohnfläche, welche mit sozialverträglichen Mieten familientauglich vermietet werden sollen. Jedes Gebäude verfügt über einen kleinen Garten sowie eine schöne Dachterrasse, die nach Westen ausgelegt sein wird.
Natürlich wird die Bebauung in Abstimmung mit der Denkmalbehörde zur Wahrung des städtebaulichen Charakters der Gesamtanlage in Anlehnung an die Ursprungsbebauung erfolgen. „Es heißt nicht immer, dass wenn es um Fachwerkhäuser geht, sich der Denkmalschutz gegen eine Neubebauung ausspricht“, betonte der Bürgermeister und hofft, dass noch mehr Bauwillige oder Besitzer einer alten Immobilie sich dies zum Vorbild nehmen.
Das Projekt trägt im erheblichen Maße zur positiven Entwicklung der historischen Altstadt bei und wird für die Belebung dieser als Leuchtturmprojekt mit Impulscharakter dienen. Das sehen auch die Stadt Hofgeismar sowie das Land Hessen so. Aus diesem Grund wird die Maßnahme für den Kostenteil, welcher sich durch die sozialverträglichen Mieten nicht gegenfinanzieren lässt, mit Mitteln der Stadtbauförderung von Bund und Land Hessen, sowie der Stadt Hofgeismar gefördert. Die Gesamtmaßnahme ist mit Kosten von rund einer Million Euro kalkuliert, wovon gut ein Viertel aus dem Förderprogramm „Aktive Kernbereiche in Hessen“ als Fördermittel gezahlt werden können. Auch die Fördermittelgeber erhoffen sich von dem Projekt möglichst viele Nachahmer, um den eingeschlagenen Weg der positiven Entwicklung und Attraktivitätssteigerung der historischen Altstadt Hofgeismars noch weiter voranbringen zu können.
Wenn alles planmäßig läuft können im Herbst 2019 die Mieter hier schon einziehen.

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