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Naturpark Reinhardswald "beantragt"

Hofgeismar (hak) - Auf dem Weg zum Naturpark Reinhardswald sind der Landkreis und die beteiligten Kommunen einen großen Schritt weitergekommen: „Wir haben den Antrag inklusive eines über 100-seitigen Entwicklungs- und Kooperationskonzeptes zum Hessische Umweltministerium versandt und sind zuversichtlich, dass wir dort mit unserem Vorschlag auf offene Ohren stoßen“, informiert der Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung des Landkreises Peter Nissen. Im Servicezentrum und im Büro von Landrat Uwe Schmidt waren die Vorbereitungen für die Antragstellung koordiniert worden. Das Entwicklungs- und Kooperationskonzept wurde vom Kasseler Planungsbüro akp erarbeitet und aus Mitteln der Interkommunalen Zusammenarbeit des Landes Hessen gefördert.

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Nissen: „Als wir Ende 2015 durch eine Gesetzesänderung die Möglichkeit erhielten, den in der Region vorhandenen Wunsch nach einem Naturpark umzusetzen, haben wir uns dafür entschieden, die für die Touristische Arbeitsgemeinschaft bereits vorhandene inhaltliche Basis zu nutzen und daraus ein Entwicklungs- und Kooperationskonzept für den Naturpark zu entwickeln“. Im November 2015 fand eine Auftaktveranstaltung für alle Bürgermeister der Reinhardswaldkommunen in Hofgeismar statt, der zwei kommunale Workshops und drei weitere „Bürgermeister-Runden“ folgten. Wichtig war, so Nissen weiter, dass die Öffentlichkeit und die Naturparkunterstützer in der Region in den Prozess miteingebunden waren: „Nach der Ideen-Werkstatt im März 2016 gab es Workshops mit den regionalen Akteuren zu den Themenbereichen „Kultur und Märchen“, „Naturpark und Kulturlandschaft“, „Aktivtourismus“, „Gastronomie und Beherbergung“ und „Vermarktung und Stadtentwicklung“.

In die Workshops waren auch Vertreter der Interessengemeinschaft Lebensraum Reinhardswald eingebunden, die sich zur Aufgabe gemacht hat, für die Naturparkbildung in der Region zu werben.

Im Juni letzten Jahres wurden die erarbeiteten Ergebnisse in einer Infoveranstaltung vorgestellt. „Wir haben damit einen breit angelegten Entwicklungsprozess vollzogen und alle Themen behandelt“, berichtet Nissen. Die Ergebnisse dieses Prozesses finden sich jetzt auch im Konzept wieder. Zwei Ausnahmen gebe es allerdings dabei: Der vom Unternehmen K+S geplante Salzabfallentsorgungsweg auf dem Gebiet des zukünftigen Naturparks und das Thema Windkraft fehlen, da beide Themen nicht in der zukünftigen Naturparkregion entschieden werden.

Die Gebietskulisse für den Naturpark umfasst den gesamten Reinhardswald von Fuldatal-Simmershausen im Süden bis nach Bad Karlshafen im Norden. Im Westen soll das Diemeltal bis zur Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen bei Liebenau Bestandteil des Naturparks werden und im Osten die Gemeinden Wahlsburg und Oberweser mit allen Ortsteilen. Die Stadtgebiete der Kommunen Hofgeismar, Grebenstein, Immenhausen und Fuldatal wurden dabei ausgespart. Mit der Ausweisung des Naturparks soll der unverwechselbare Landschafts- und Kulturraum an Diemel und Weser gestärkt und weiterentwickelt werden. „Mit der Naturparkausweisung geht es um den Erhalt der Kulturlandschaft, die Stärkung der Natur- und Umweltbildung sowie des Naturerlebnisses“, berichtet der Leiter des Servicezentrums. Außerdem soll auch die touristische Infrastruktur optimiert werden. Nissen: „Das Label Naturpark kann man sicherlich bei der touristischen Vermarktung und einer zukünftigen Neupositionierung der Region nutzen“. Mit dem Landesbetrieb Hessen-Forst werde dabei eng zusammengearbeitet. Auf bei der Organisationsstruktur steht Zusammenarbeit im Vordergrund: Naturpark und Touristische Arbeitsgemeinschaft (TAG) sollen gemeinsam von einer Geschäftsführung geleitet werden. Dazu wird ein Verein gegründet, der aus Vertretern der Kommunen und des Landkreises besteht. Dieser Verein schließt eine Kooperationsvereinbarung mit dem Landesbetrieb Hessen-Forst. Der Vereinsvorstand, der von der Mitgliederversammlung gewählt wird, ist die Steuerungsebene für die Geschäftsführung und auf Arbeitsebene gibt es jeweils Ausschüsse für den Naturpark und die TAG. Einmal im Jahr soll eine Reinhardswald-Konferenz alle Akteure an einen Tisch holen und über die aktuelle Situation informieren.

Angedacht ist auch, einen Förderverein zu gründen, in dem sich interessierte Personen und Institutionen engagieren können. „Wir würden uns freuen, wenn sich die Interessengemeinschaft Lebensraum Reinhardswald hier einbringen würde“, lädt Nissen die Reinhardswald-Aktivisten zur weiteren Mitarbeit ein.

Bei den Standorten des Naturparks und der TAG bleiben die bestehenden Tourist-Informationen in Hofgeismar und Bad Karlshafen die ersten Anlaufstellen. Im Eingangsbereich des Tierparks Sababurg soll ein weiterer Standort für ein Naturparkzentrum entstehen. Das Naturpark-Büro soll in Hofgeismar seinen Standort finden. Für den Einsatztrupp zur Pflege des Naturparks ist das Wasserschloss Wülmersen mit den vorhandenen Werkstätten als Standort angedacht.

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