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Naturdenkmal wurde im Auftrag des Landkreises vom Gestrüpp befreit

Offenberg soll offen bleiben

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Im Rahmen des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens „Nachhaltige Renaturierung von Kalkmagerrasen“, gefördert vom Bundesamt für Naturschutz sowie den Ländern Nordrhein-Westfalen und Hessen, hat der Landkreis eine Firma beauftragt, dichtes und störendes Gestrüpp zu entfernen und dadurch die Weidefläche für die Schafe zu vergrößern.

© Foto: Landkreis Kassel

Carlsdorf (hak) - Die Erhebung des kleinen und großen Offenbergs bei Carlsdorf ist in der Region von weitem gut sichtbar. Bereits 1990 wurde der markante Bergsporn durch den Landkreis Kassel als Naturdenkmal ausgewiesen, da es sich hierbei um die größte zusammenhängende Magerrasenfläche im Raum Hofgeismar handelt.
"Das Freihalten der Kalkmagerrasenflächen übernehmen normalerweise Schafe eines in Hofgeismar ansässigen Schäfers", erläutert Jürgen Düster, Fachdienstleiter Landschaftspflege beim Landkreis Kassel. "Einige Bereiche des Offenberges, insbesondere der Osthang, waren jedoch stark verbracht und verbuscht, so dass die Schafe hier nicht weiden konnten. Weshalb wir etwas nachgeholfen haben."
Von der Gehölzentfernung profitiert nicht nur der Schäfer, sondern auch wertvolle Pflanzenarten des Kalkmagerrasens, denn sie benötigen Licht und Wärme. An erster Stelle nennt Düster dabei die Pflanzengesellschaft des Enzian-Schillergrasrasens (Gentiano-Koelerietum). "Dabei handelt es sich um eine typische Weidegesellschaft, die an diesem Standort hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten findet", so Düster. Weitere charakteristische Arten des Offenbergs sind neben der dominanten Fieder-Zwenke einige seltene Kräuter wie die Großblütige Braunelle (Prunella grandiflora) und die Schopfige Kreuzblume (Polygala comosa).
Die Entfernung des Buschwerks wird die Ansiedlung vieler weiterer licht- und wärmeliebenden Arten der Flora und Fauna begünstigen. Laut den Landschaftsökologen der Uni Osnabrück, welche das Kalkmagerrasenprojekt des Landkreises wissenschaftlich begleiten, wird dieses besonders den Deutschen Ziest und den Kreuzdorn-Zipfelfalter betreffen. "Zudem ist die landschaftsprägende Kalksteinkuppe des großen Offenbergs besonders als Vernetzungselement zu den großflächigeren Kalkmagerrasenstandorten des Dörnbergs bei Zierenberg wichtig", so die Experten.
Auch der Ortsbeirat und der Geschichtsverein in Carlsdorf begrüßen die weitgehende Freistellung des Offenbergs. "Wir freuen uns, dass die Bergkuppe wieder frei ist und wir von dort die Rundum-Sicht genießen können," sagt Ortsvorsteher Reiner Hofmeyer. Jürgen Lips, Vorsitzender des Geschichtsvereins, verweist auf die historische Bedeutung des Offenbergs. "Gegen Ende des Siebenjährigen Krieges verteidigten sich französische Truppen auf dem Offenberg gegen die heranrückenden englischen Bataillone. Der noch vorhandene Schutzwall auf der Bergkuppe ist nach der Entfernung der Gehölze wieder besser erkennbar", frohlockt er.
Auch eine stark zugewachsene Fläche am Galgenberg in Richtung Friedrichsdorf wird derzeit für Kalkmagerrasen freigestellt, zwei Flächen am Weinberg bereits letzten Winter. "So vernetzen wir die Lebensräume der Kalkmagerrasen rundherum um unsere Heimatstadt" ergänzt Düster. Das länderübergreifende Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben "Nachhaltige Renaturierung von Kalkmagerrasen" wird vom Bundesamt für Naturschutz sowie den Ländern Nordrhein-Westfalen und Hessen gefördert.

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