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Fall Nagelköder

PETA setzt 500 Euro Belohnung aus

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© ¬© PETA Deutschland e.V.

Hofgeismar (hak) - Tierquäler gesucht: Im Fall des Nagelköders, den ein Hund vor einigen Tagen in Hofgeismar und glücklicherweise wieder erbrochen hat (wir berichteten), ermittelt die Polizeistation Hofgeismar wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und bittet unter Tel. 05671/99280 um Zeugenhinweise. Ende Oktober hatte es in Niedermeiser einen ähnlichen Fal gegeben. Hundehalter sollten daher jetzt besonders vorsichtig sein. Weitere Köderfunde können auch bei der Polizei in Kassel unter Tel. 0561/9100 gemeldet werden.

 

Belohnung ausgesetzt

Um die Vorfälle aufzuklären, hat PETA nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise ausgesetzt, die den Tierquäler überführen. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden und können sich auch unter Tel. 0711/8605910 oder per E-Mail an info@peta.de bei der Tierschutzorganisation melden – auch anonym.
„Der Tierquäler muss gefunden werden, bevor noch Hunde oder andere Tiere verletzt werden“, sagt Judith Pein im Namen von PETA. „Derartige Täter zu überführen ist oft schwierig, da sie agieren, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Deshalb kann es in solchen Fällen auf den noch so unwichtig erscheinenden Hinweis ankommen. Mit unserer Belohnungsauslobung wollen wir die Arbeit der Polizei unterstützen sowie Tierhalter für das Thema sensibilisieren und warnen. Der Täter muss sich darüber im Klaren sein, dass mit gefährlichen Stoffen präparierte Köder nicht nur für Hunde, Katzen und freilebende Tiere, sondern auch für Kinder lebensbedrohlich sein können.“
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Die Tierschutzorganisation setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.


Gewalttaten an Menschen und Tieren

Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter dient.


Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen

Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Es besteht Lebensgefahr – das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, blassen oder porzellanfarbenen Veränderungen an den Schleimhäuten, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen muss ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell. Hunde sollten beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.

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