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Treffen des Weserbundes…die Lobby der Weser

Perspektive „Blaues Band“

Von Barbara Siebrecht
Bad Karlshafen - Vertretern von Unternehmen, Verbänden, Kommunen und Bundesländern stellten sich der Frage der Vereinbarkeit von Tourismus und Naturschutz an der Oberweser. Beim Wesertag 2019 trafen sich die Mitlieder des Weserbundes in Bad Karlshafen zur Mitgliederversammlung und zu Richtungsgesprächen.

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Johannes Schraps (MDB), Uwe Beckmeyer (Vorsitzender Weserbund e. V.), Maria-Luise Niemetz (Stadtverordneten Vorsteherin Bad Karlshafen) und Landrat Uwe Schmidt (Kreis Kassel) trafen sich mit Mitgliedern des Weserbund im alten Stadtcafé.

© Foto: Siebrecht

Der Verband „Weserbund“ wurde 1921 zunächst als „Kanalverein“ gegründet. Er vertritt die Interessen der Weser-Anrainer im Hinblick auf die Ziele des Erhalts und der Pflege der Landschaft an der Weser, den Hochwasserschutz, der Verbesserung der Gewässerqualität und des Naturraumes, der Förderung von Erholungseinrichtungen wie Rad- und Wanderwegen und der Verbesserung der Wasserwege zur Entlastung der Verkehrswege zu Lande.
Uwe Beckmeyer, Vorsitzender des Weserbund und Uwe Schmidt, Landrat des Landkreise Kassel und Mitglied im Vorstand hatten die Mitglieder nach Bad Karlshafen geladen, besichtigten die neue Hafenschleuse und lauschten einem Vortrag von Landschaftsarchitekt Bernd Schackers vom UIH Planungsbüro in Höxter zum ökologischen Zustand der Oberweser und Fördermöglichkeiten durch das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ mit dem die Renaturierung von Fließgewässern und Auen gefördert wird.
Landschaftsarchitekt Bernd Schackers erläuterte das Leitbild, dass für eine natürliche Fluss-Gestalt an der Oberweser gelten müsste. Demnach wäre die Weser ein gestreckter und gewundener Fluss mit langestreckten Inseln, Flussspaltungen, Altarmen und Altwässern und von Kies- und Schotterbänken an Gleithängen geprägt. Den jetzigen Fluss- und Auenzustand bezeichnete er als stark bis sehr stark verändert und beschrieb den ökologischen Zustand des Flusses (Barbentyp) anhand er 37 natürlich vorkommenden Fischarten von denen aber nur 22 tatsächlich in der Weser leben. Der Planer wies auf das enorme Potential für mehr Flussnatur in Einklang mit der Erhöhung der Erholungsqualität für Einheimische und Touristen hin bei gleichzeitiger Bewahrung der Schiffbarkeit, der landwirtschaftlichen Nutbarkeit der Aue und des Hochwasserschutzes. Einmündungen von Flüssen und Kies- und Sandabgrabungsflächen könnten ökologisch und mit z. B. Auenerlebnispfaden und Aussichtspunkten touristisch aufgewertet werden wie es sich auch am Campingplatz in Bad Karlshafen anbiete. Die Landesgartenschau in Höxter eröffne ebenso wie die Förderprogramme „Blaues Band Deutschland“ und „Regionale 2022 OWL“ Förderungs- und Umsetzungsmöglichkeiten.
Der Weserbund forderte in seiner Presseerklärung unter anderem die Anpassung der Mittelweser zwischen Minden und Bremen mit der Rückverlegung der Ufer in sechs Fahrwasserkurven um einen Begegnungsverkehr für Großmotorgüterschiffe mit einer Länge von 110 Metern zu ermöglichen so und die Einbahnstrecken erheblich zu verringern. Weiterhin fordert der Weserbund von Bund und Landesregierung beschleunigte Planungsverfahren und die zügige Umsetzung beschlossener Maßnahmen. Der Weserbund begrüßt die Entscheidung der Minister der Flussgebietsgemeinschaft (FGG) im August 2019, gegen eine Einleitung von Abwasser aus der Kaliproduktion über eine Fernleitung in die Oberweser und mahnte an, den guten ökologischen Zustand von Werra und Weser bis 2027 zu erreichen, den die Wasserrahmenrichtlinie fordert.

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