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Petrihaus nach fünfjähriger Planung eröffnet

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V.l.: Jochem Wenigmann (Verein SelbstbestimmtLeben GemeinsamWohnen), Burkhard Wagner (PHB), Bürgermeister Markus Mannsbarth und Christoph Beutekamp (Gewobag) bei der feierlichen Eröffnung des Petrihauses. 

© Foto: Aderholz

Von Kerstin Aderholz

Hofgeismar - Mit dem Petrihaus in Hofgeismar haben die Projektpartner ein Vorzeigeprojekt für gemeinschaftliches Wohnen der Zukunft verwirklicht. Mit der offiziellen Eröffnung ist die Stadt um ein Modell reicher, um das sie aus den Nachbarstädten sicher beneidet wird und das über kurz oder lang Nachahmer finden dürfte.
Das Petrihaus ist ein Gemeinschaftsprojekt von ProjektStadt, Gewobag Hofgeismar, dem Pflegedienst PHB e.V. sowie dem Verein SelbstbestimmtLeben GemeinsamWohnen. Letzterer formierte sich vor einigen Jahren aus engagierten Bürgern, um dieses Vorzeigemodell auf den Weg zu bringen, wofür die entsprechenden Kooperationspartner gefunden werden mussten und mit den genannten auch wurden. Im April 2015 startete die Zusammenarbeit mit dem Architekten Dieter Schaarschmidt aus Solingen und Ende 2017 konnten die Bauarbeiten unter Regie der Gewobag beginnen.
Von der Idee bis zur Umsetzung sind dabei gerade einmal fünf Jahre vergangen.
Auf dem 2.500 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Petristraße, Pfeffergasse und Westheimer Straße vereint das Petrihaus mehrere soziale Angebote unter einem Dach: Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz, eine Tagespflege, barrierefreie Wohnungen, einen Nachbarschaftstreff sowie eine Praxis für Physiotherapie.
„Als gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft öffnen wir uns mit dem Petrihaus bewusst innovativen Wohnformen", erklärte Christoph Beutekamp, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Gewobag.
„Viele Menschen suchen nach Lösungen für die Zeit, wenn sie selbst nicht mehr eigenständig in den eigenen vier Wänden bleiben können und die Kinder berufsbedingt in entfernten Städten wohnen", sagte PHB-Geschäftsführer Burkhard Wagner. „Für diese Menschen möchten wir ein lebenslanges Angebot schaffen."
Bürgermeister Markus Mannsbarth hob noch einmal die Geschwindigkeit hervor, in welcher das Projekt Petrihaus Formen angenommen hatte. „Als ich vor fünf Jahren das erste Mal von dem Projekt hörte, war ich sofort begeistert. Denn die Fragen unserer Gesellschaft, nämlich: Wie wollen wir eigentlich einmal wohnen? Wie schaffen wir es, Wohnprojekte zu entwickeln, die zukunftsweisend sind, dass Menschen die Möglichkeit haben, selbstbestimmt bis ins hohe Alter leben zu können, haben uns in Hofgeismar schon immer beschäftigt.“
Auch die weiteren Redner Jochem Wenigmann vom Verein SelbstbestimmtLeben GemeinsamWohnen, Birgit Carus vom Referat Wohnen im Alter des BMFSFJ, MdL Oliver Ulloth und Elke Barth fanden lobende Worte für die gelungene Umsetzung.
Das Petrihaus wird mit etwa 1,15 Millionen Euro aus dem Programm „Aktive Kern-bereiche in Hessen" gefördert. Bei dessen Umsetzung wird die Stadt vom Kasseler Büro der ProjektStadt unterstützt. Weitere 200.000 Euro stammen aus dem Modell-programm „Gemeinschaftlich wohnen, selbstbestimmt leben" des Bundesministeri-ums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in das das Petrihaus 2015 als eines von bundesweit 29 Projekten unter 300 Bewerbungen aufgenommen wurde. Gefördert wird es unter anderem wegen der partnerschaftlichen Kooperation von Akteuren aus der Wohnungswirtschaft, der Zivilgesellschaft und der Pflege. Profitieren sollen davon vor allem die künftigen Bewohner. Ziel ist ein sozialhilfefähiger Mietpreis von 7 Euro pro Quadratmeter.

Weitere Informationen zum Angebot gibt es im Internet auf der Seite www.petrihaus-hofgeismar.de.

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