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Pfarrer Lothar Nasemann verabschiedet (!)

Von Kerstin Aderholz

 

Liebenau - Schon beim ersten auffordernden Läuten der Glocken war die Liebenauer Kirche gut gefüllt, was sich bis zum Beginn des Gottesdienstes anlässlich der Verabschiedung von Pfarrer Lothar Nasemann noch deutlich steigerte.

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Der zukünftige Pfarrer i.R. Lothar Nasemann (Mitte) umrahmt von Pröbstin KatrinWienold-Hocke und Dekan Wolfgang Heinicke sowie den Kirchenvorstands-Vertretern.

© Foto: Aderholz

Knapp 25 Jahre war der „Stadtpfarrer von Liebenau“ wie er sich laut Dekan Wolfgang Heinicke gern selbst bezeichnete für das Kirchspiel im Dienst.
Dass seine Predigten gern mal etwas länger ausfielen und die Konfirmanden darüber „not amused“ waren, ist Pfarrer Nasemann klar. Er erklärt mit den Worten „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“, dass die Predigt für ihn ein zentrales Anliegen sei und es ihn fasziniere festzustellen, wie gehaltvoll die Bibeltexte doch seien - und dass er trotz sich wiederholender Texte dort trotzdem immer wieder etwas Neues entdecke. Und das möchte er dann auch unbedingt kundtun.
Seinen Dank sprach Nasemann den Kirchenvorständen des Kirchspiels aus, die er stets als sehr engagiert erlebt habe. Ein Kompliment, das von dieser Seite aus in ganzer Bandbreite an Pfarrer Nasemann zurückgegeben wurde.
Gerne blicke er zurück auf die vergangenen Jahre mit verschiedenen Festen, der Arbeit mit Kindern im Kindergottesdienst, in den Kindergärten und Schulen sowie mit den Konfirmanden, Gemeindefreizeiten, Weltgebetstage, Frauenfrühstück, Taufen, Trauungen und Jubiläen. Seine gesamte Familie habe sich in Liebenau wohlgefühlt und es seien zahlreiche Freundschaften entstanden.
Doch auch unerfreuliche Pflichten waren Bestandteil der Arbeit Nasemanns. So habe er über 400 Menschen beerdigen und auch diverse Einsätze als Notfallseelsorger absolvieren müssen. Dieses Thema nahm er zum Anlass, bei denjenigen um Entschuldigung zu bitten, deren Erwartungen er in der ein oder anderen Situation nicht entsprochen habe.
Dass er in Sachen Humor dem dafür bekannten Pfarrer Nasemann in nichts nachsteht, machte Dekan Wolfgang Heinicke in seine Abschiedsworten deutlich und nutzte die Gelegenheit, um ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. So schmunzelte er über die Affinität Nasemanns zu Ausrufezeichen, sei es in den Gemeindebriefen oder auch Emails, die schonmal mit „Freundliche Grüße vom Fossil aus Liebenau“ unterzeichnet sein konnten. Falls Nasemann in einem Gottesdienst vertreten werden musste, fand der Betreffende auch gern mal einen Zettel mit diversen Instruktionen und dem Schlusssatz „Vielen Dank für den Dienst in meinem Revier“ - vermutlich mit Ausrufezeichen.
Für seinen langjährigen Dienst, auch in der Besetzung weiterer Ämter, dankte Heinicke Nasemann als jemandem „der sich des Evangeliums nicht schämt“ und der stets nach Lösungen suchte, z.B. bei der Pfarrstellenreduzierung in der Nachbarschaft oder Umstrukturierung der Kindergärten. Immer wurde von Nasemann neu gedacht, aufgeteilt und organisiert, so der Dekan, der ihn lobte für seine Fröhlichkeit, seinen Glauben und seine Verantwortlichkeit in insgesamt 33 Jahren im Dienst der evangelischen Kirche Kurhessen Waldeck.
Pröpstin Katrin Wienold-Hocke bezeichnete das Ende der Dienstzeit Nasemanns als neue Lebensphase, in der er zwar Pfarrer bleibe, allerdings frei von dienstlichen Pflichten.
Dies wird Nasemann auch nutzen und im kommenden Jahr erst einmal pausieren.

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