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Gefl├╝chtete machen Hauptschulabschluss und Pflegeausbildung

Platz in der Gesellschaft gefunden

Es hallt laute Musik aus der "Lern-Oase", einem großen Raum, in der Willy-Brandt-Schule in Kassel. Kurz vor den Sommerferien ist es Zeit für die Abschlusszeugnisse. Dieses Mal dürfen 17 junge Erwachsene sich über ihren Hauptschulabschluss freuen. Doch diese Menschen haben nicht nur die schulischen Hürden genommen, sondern nebenbei noch eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer gemacht. Die Prüfungen dazu stehen im August an. Für die Klasse 11 A PI (Pflege Integriert) und Klassenlehrerin Daniela Haag geht ein gemeinsamer Weg emotional zu Ende.
"Durch 'stütz2learn' haben vier der Auszubildenden die nötige Unterstützung erhalten, um die Ausbildungsziele zu erreichen. Ich freue mich, dass wir gleich zwei davon als Klassenbeste mit einem Notendurchschnitt von 1,4 haben", betont Alexander Schulze-van der Veek, Projektkoordinator der Jugendberufshilfe von AGiL, der Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis Kassel. Mit einem individuellen Stützunterricht wurden die Auszubildenden begleitet. Das Pilotprojekt "stütz2learn" wurde vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und dem Landkreis Kassel gefördert.
"Einige der Auszubildenden haben bereits Familie, um die sie sich kümmern müssen. Zusätzlich zur Schule auch noch eine Ausbildung zu absolvieren war für alle eine Herausforderung", erklärt Schulze-van der Veek nach der Zeugnisübergabe. Mit der Landesinitiative "Pflege in Hessen integriert!" des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration sowie des Kultusministeriums konnten Menschen mit Migrationshintergrund den Hauptschulabschluss und einen beruflichen Abschluss in der Altenpflegehilfe absolvieren. Dafür hat die Willy-Brandt-Schule mit dem Dialog Bildungsinstitut, eine Pflegeschule in Kassel, eng zusammengearbeitet. "Mit der Ausbildung haben diese Menschen einen Platz in der Gesellschaft gefunden und sich eine Zukunft in Deutschland geschaffen", meint Schulze-van der Veek. Begleitet wurde die Klasse von Juri Kilian, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Kassel, im Rahmen einer Begleitforschung im Bereich Soziale Arbeit. Die Forschungsergebnisse werden in einem gesonderten Rahmen vorgestellt.

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