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Prüfen, Rufen, Drücken

Von Michael Rubisch

Hofgeismar – Prüfen, Rufen, Drücken. Mit diesen drei gängigen Schlagwörtern lassen sich Menschenleben retten. Gemeinsam mit der Stadt Hofgeismar und weiteren Kooperationspartnern führte die örtliche Kreisklinik die „Woche der Wiederbelebung“ durch. Tipps und praktische Informationen für den Notfall standen dabei im Fokus der diversen Veranstaltungen.

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Gerüstet für den Notfall. DRK Mitarbeiter Stefan Hansen erklärt Helga Lindemann die Herzdruckmassage anhand eines Dummies.

© Foto: Rubisch

Jeden Tag werden im gesamten Bundesgebiet 250 außerklinische Reanimationen von in Not geratenen Menschen durchgeführt. Dies ergibt rund 70.000 Wiederbelebungen pro Jahr. In 70 Prozent der medizinischen Notfälle sind eigene Angehörige im Haushalt betroffen. „Eine Zelle braucht Sauerstoff. Bereits nach drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoffversorgung treten beim Patienten irreparable Schäden auf. Wenn ein Herzstillstand eintritt ist es für die professionellen Helfer wie beispielsweise den Notarzt fast unmöglich in dieser Zeit beim Patienten zu sein und ihn zu versorgen. Die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes muss also von der Bevölkerung übernommen werden“, bekräftigt Peter Stahl, Oberarzt in der Kreisklinik Hofgeismar und Mitorganisator der Aktion. „Wir wollten möglichst viele mit ins Boot holen und haben uns gefragt wo wir Menschen erreichen, die sonst wenig mit dem Thema zu tun haben“, erläutert Peter Stahl die Beweggründe. Mit der Stadt Hofgeismar, dem örtlichen DRK, der Gustav-Heinemann-Schule, dem Edeka Super 2000 auf der Bahnhofstr., sowie dem Landkreis Kassel und der Feuerwehr fanden sich Partner. An drei Tagen gab es Informationen und nützliche Tipps zum richtigen Verhalten für den Ernstfall. Gemeinsam mit dem schulischen Sanitätsdienst wurden auch Schüler der Gustav-Heinemann-Schule für den Notfall geschult. Im Rahmen der Aktionstage wurde zudem der vom Edeka-Markt Super 2000 angeschaffte Defibrilator übergeben und in den Verkaufsräumen angebracht.
Prüfen, Rufen, Drücken
Die richtige Versorgung ist nicht schwer. Als erstes muss geprüft werden ob der Patient Hilfe benötigt. Dazu soll dieser in kräftigen Ton angesprochen werden. Geachtet wird dabei auf die Atmung. Solltet keine Atmung oder Schnappatmung beim Patienten vorherrschen greift Punkt 2 in der Rettungskette. Rufen sie die 112 an oder veranlassen sie, dass dies eine andere Person tut. Die Mitarbeiter am Telefon sind geschult und helfen in kritischen Situationen weiter. Beginnen sie schnellstmöglich mit der Herzdruckmassage (Drücken). Dazu muss als erstes der Brustkorb des Patienten freigelegt werden. Der Handballen wird auf die Mitte der Brust gelegt, der Ballen der anderen Hand kommt auf den ersten Handballen. Mit senkrechten Armen und den Schultern über dem Patienten kann dann mit der Herzdruckmassage begonnen werden. Um das Tempo zu bestimmen können Lieder helfen. „Staying Alive“ von den Bee Gees oder „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer liefern den perfekten Rhythmus. Geübte Helfer führen nach 30 Herzdruckmassagen zwei Mund-zu-Mund-Beatmungen durch. Die Herzdruckmassagen müssen bis zum Eintreffen der professionellen Helfer durchgeführt werden.

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