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Krebs & Riedel investiert in zusätzliche Ofenhalle

Schornstein kam mit Sondertransport

Bad Karlshafen – Der Schleifscheibenhersteller Krebs & Riedel investiert 1,3 Millionen Euro in eine zusätzliche Ofenhalle mit zwei Herdwagenöfen am Hauptstandort in Nordhessen. Die sehr gute Auftragslage brachte die Firma an ihre Kapazitätsgrenzen. Engpass war vor allem der Brennvorgang, der Schleifscheiben, der pro Brennvorgang bis zu 60 Stunden dauert.

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Konstrukteur Rüdiger Noll und Geschäftsführer Jost Riedel überwachten die Arbeiten.

© Foto: Siebrecht

Die neue Ofenhalle entstand ab Mai 2019 unterhalb der Bundesstraße auf dem Firmengelände am Ortsrand Bad Karlshafens. Die Halle mit Pultdach und Photovoltaikanlage wird mit zwei Herdwagenöfen ausgestattet, die mit Gas betrieben werden. In einer Nachbrennkammer werden die Abgase noch einmal gereinigt, bevor sie in den kürzlich aufgestellten, zweizügigen Schornstein von 25 Metern Länge und 1,7 Metern Durchmesser geleitet werden. Der Schornstein, der von einer Fachfirma in Dänemark gefertigt wurde, kam per Sondertransport mit Begleitfahrzeugen über Nacht. Zwei Kräne der Firma Regel aus Kassel wurden benötigt, um den Schornstein, der 12,2 Tonnen wiegt, zu entladen und aufzurichten.

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1 Mit zwei Kränen wurde der Schornstein entladen und aufgerichtet.

© Foto: Siebrecht


Nicht nur für Rüdiger Noll, den für die Baumaßnahme verantwortlichen Konstrukteur und Geschäftsführer Jost Riedel war es ein spannender Moment, der in der Firmengeschichte nicht häufig vorkommt. Seit die Fabrik für keramische Schleifscheiben von Carl Krebs 1895 gegründet wurde, hat eine stetige Erweiterung der Produktion stattgefunden. Mit heute 250 Mitarbeitern, davon 15 Auszubildenden gehört Krebs & Riedel zu den größten Arbeitgebern der Region. Mit zwei Tochterniederlassungen in China (8 Mitarbeiter) und Indien (1 Mitarbeiter) agiert der „Handwerksbetrieb“ an 30 Standorten weltweit und sieht seine Stärke in der Flexibilität, auch Einzelstücke und kleine Mengen seinen Kunden anbieten zu können. Die Produktion findet nur in Bad Karlshafen statt. Das Mineral Korund (ein Aluminiumoxyd), das der Schleifkörper der Schleifscheibe darstellt, wird mit Bindemittel und einem Stoff, der beim Brennen verschwindet und Poren zurücklässt, gemischt. Die Mischung wird in Formen gefüllt und mit eine Presse bei 310 bar verdichtet. Nach dem Brennvorgang bei 1.300 Grad Celsius können die Schleifscheiben verwendet werden. Bei Nachbearbeitung in der Dreherei entstehen zum Beispiel Kupplungsscheiben für Getriebe. Krebs & Riedel stellt kunstharzgebundene Schleifscheiben und superharte Diamant- und CBN-Schleifkörper in keramischer Bindung her. Schleifscheiben bis zu einem Außendurchmesser von 900 mm sind möglich. 

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Vor den Giebel der neuen Halle wurde der zweizügige Schornstein aufgestellt.

© Foto: Siebrecht

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