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Neues Heft zur Heimatgeschichte erschienen

Singen galt als Ruhestörung

Helmarshausen (brbs) – Wenn die Glocke des Stadtdieners durch die Straßen in Helmarshausen schallte, blieben alle stehen und lauschten, was die Obrigkeit zu verkünden hatte. Alles was damals bekannt gemacht wurde, hat der Heimatverein Helmarshausen in der Broschüre „Helmarshäuser Geschichte“ zusammengefasst. Das Dokument ist ein Zeitfenster in die Vergangenheit unserer Stadt, sagt Wolfgang Frohmüller. Die teilweise kommentierten Meldungen geben einen Einblick in das Leben vor 130 Jahren, vom Juli 1879 bis zum Dezember 1886.

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Wolfgang Frohmüller und Dieter Steinbrecher vom Heimatverein Helmarshausen zeigen das neue Heft zur Helmarshäuser Geschichte.

© Foto: Siebrecht

Wenn die Glocke verklungen und alles still geworden war, stellte sich der Stadtdiener Wilhelm Stahlhuth, (*1865, †1942), in Positur und verlas aus dem Buch die Verfügungen, Anordnungen und Mitteilungen des damaligen Bürgermeisters Carl Hille, (*1844, †1912). „Das Singen der Kinder spät abends auf den vom Feld heimkehrenden Kartoffelwagen wird als erhebliche Ruhestörung empfunden und erschreckt manchen Einwohner“. Diesen Satz kann man im Bekanntmachungsbuch unter dem 24.9.1879 nachlesen. Ob Eintrieb der Tiere zur Hute, herrenlose Gänse, Einberufung zu Militär oder Dienst bei der Feuerwehr, die damals eine Pflichtmannschaft war, Kontrolle der Laternen oder Hand- und Spanndienst. Lang ist die Liste der Themen. Manche davon beschäftigen uns noch heute. Auch die ärztliche Versorgung war aktuell. Am 22. Juli 1878 wurde bekannt gemacht, dass der Arzt Dr. Pistor von Botterode nach Carlshafen umgezogen ist. Er hatte auch „unentgeltlich die Armenpraxis zu besorgen“. Eine gesetzliche Krankenversicherung, gab es damals noch nicht.
Das Heft „Helmarshäuser Geschichte“ ist für sieben Euro erhältlich im Museum des Heimatvereins im alten Rathaus, im Textilhaus Stahlhuth und im Friseursalon Fey.

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