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Neujahrsempfang in Hofgeismar

Stadt mit Zukunft

Von Kerstin Aderholz

Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Vereinsleben wurden von Stadtverortnetenvorsteherin Monika Grebing anlässlich des Neujahrsempfangs der Stadt Hofgeismar in der Stadthalle begrüßt. Ähnlich wie im vergangenen Jahr wurden einige Personen namentlich willkommen geheißen, darunter Bürgermeister Markus Mannsbarth und Bürgermeister a.D. Horst Buchhaupt sowie die Ehrengäste MdB Esther Dilcher, Vize-Landrätin Susanne Selbert, die scheidende Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer, der Vorstandsvorsitzende der bdks, Joachim Bertelmann, der Direktor des Evangelischen Studienseminars, Prof. Dr. Lutz Friedrichs, und der neue Geschäftsführer des kürzlich anerkannten Naturparks Reinhardswald, Dr. Erik Aschenbrand.

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V.l.: Stadtverordnetenvorsteherin Monika Grebeing, Dornröschen Johanna Gries, Bürgerpreisträger Maik Kolle und Bürgermeister Markus Mannsbarth. 

© Foto: Aderholz

Wenn aus Zukunft plötzlich Gegenwart wird

 

Bevor Bürgermeister Markus Mannsbarth mit seiner eigentlichen Ansprache begann, ging er zunächst auf die Wetterkapriolen der vergangenen beiden Tage ein, die von einem heftigen Sturm mit vielen Schäden und einem darauf folgenden Schneechaos geprägt waren. Er nahm die Gelegenheit wahr, um sich bei allen zuständigen Hilfsorganisationen sowie freiwilligen Helfern für die geleistete Arbeit zu bedanken.
Die anschließende Rede des Bürgermeisters beschäftigte sich der Zukunft, die kein Schicksalsschlag sei. Dieses Thema hatte schon Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Neujahrsansprache aufgegriffen, indem er sagte: "Wir sind den Verhältnissen nicht ausgeliefert, Zukunft ist kein Schicksal". Ein Zitat, das später auch noch einmal von Vize-Landrätin Susanne Selbert aufgegriffen wurde.
Bürgermeister Markus Mannsbarth behandelte das Thema Zukunft in Bezug auf die Stadt Hofgeismar. Man werde mit Dingen konfrontiert, die vor kurzem noch Zukunftsmusik oder auch gar nicht vorstellbar zu sein schienen. Als Beispiel führte er die auch im Bundesdurchschnitt mäßige Qualität der Internetleitungen an mit der damit verbundenen Auswirkung für die Wirtschaft. Im Stadgebiet Hofgeismar werde momentan daran gearbeitet, dies zu verbessern.

Ebenfalls Thema war die Hausarztversorgung in der Region, in der es derzeit zu massiven Engpässen kommt. Auch hier werde in Zusammenarbeit mit den Ärzten mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet.
Doch gab es natürlich auch Positives zu vermelden. Hier nannte Mannsbarth den Wohnungsneubau auf dem ehemaligen Binder-Gelände, die Entwicklung im Petriviertel, die Sanierung der Tartanbahn im Angerstadion oder den Anbau für eine zusätzliche Kindergartengruppe in der KiTa am Anger. Insgesamt seien rund 4 Millionen Euro in die Infrastruktur und die nachhaltige Entwicklung Hofgeismars investiert worden. Dazu kämen noch Maßnahmen im Bereich des Ehrenamtes und des Vereinslebens.
Durch die Ausweisung des Naturparks Reinhardswald habe man außerdem entscheidende Weichen für den Tourismus gestellt.
Darüber hinaus werde auch der Neubau der Kreisklinik Hofgeismar in diesem Jahr ein Schwerpunktthema sein. Im Bereich von Investitionen habe man im Haushalt 2018 rund 5 Millionen Euro veranschlagt.
Als Wunsch äußerte Mannsbarth, dass die Hofgeismarer Stadtteile in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen werden. Damit hätte man dort ähnliche Möglichkeiten wie mit dem Förderprogramm Aktive Kernbereiche in der Kernstadt.

 

Unzufriedenheit und Ängste in einer eigentlich gutsituierten Gesellschaft

 

Für Vize-Landrätin Susanne Selbert war es der letzte Besuch in ihrer jetzigen Funktion, da sie in diesem Jahr das Amt der Landesdirektorin des Landeswohlfahrtverbandes (LWV) Hessen übernehmen wird.
Sie beschäftigte sich in ihrem Redebeitrag mit der offensichtlich unklaren Herkunft von Unzufriedenheit sowie Ängsten in unserer Gesellschaft, die vor allem aus der materiell gutsituierten Mittelschicht kämen und nicht - wie man vermuten könne - aus Teilen der Bevölkerung, die sich tatsächlich Sorgen um ihre Zukunft machen müssten. Beim Versuch der Ergründung dieser Gefühle zitierte sie den Soziologen Heinz Bude, der schreibt: „In modernen Gesellschaften ist Angst ein Thema, das alle angeht. Angst kennt keine sozialen Grenzen.“ Auch seien die Ängste zahllos, wie z.B. Schulängste, Verarmungsängste, Terrorängste, Bindungsängste etc. Als einen Grund für diese Ängste führt Heinz Bude an, dass viele nicht mehr die durchaus vorhandenen Aufstiegschancen sähen. Ein weiterer liege in einer zunehmenden Orientierungslosigkeit in Bezug auf die Vielfältigkeit an Möglichkeiten.
Eine wichtige Frage für das Jahr 2018 soll laut Susanne Selbert sein: „Gelingt es uns, eine Erfolgskultur zu schaffen?“

 

Ehrenbrief, Wettbewerbssieger, junge Meister und Bürgerpreis

 

Traditionell wird der Neujahrsempfang der Stadt Hofgeismar genutzt, um verschiedene Menschen für ihre Verdienste und ihr Engagement auszuzeichnen.
Den Ehrenbrief des Landes Hessen erhielt Orthopädieschuhmachermeister Detlev Gans. Der Ehrenbrief des Landes Hessen ist eine Auszeichnung des Hessischen Ministerpräsidenten, die für besonderes ehrenamtliches Engagement im Bereich der demokratischen, sozialen oder kulturellen Gestaltung der Gesellschaft vergeben wird.
Als Siegerin des Wettbewerbs „Gute Form“ sollte Orthopädieschuhmacherin Clarissa Lotter ausgezeichnet werden, die aber leider nicht teilnehmen konnte. Gleiches gilt für die Ehrung von Andreas Kellermann als Lebensretter.

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V.l.: Bürgermeister Markus Mannsbarth, Stadtverordnetenvorsteherin Monika Grebing, Orthopädieschuhmachermeister Detlev Gans und Vize-Landrätin Susanne Selbert bei der Verleihung des Ehrenbriefes des Landes Hessen.

© Foto: Aderholz

Auch die frisch gebackenen Meistertitel-Träger Nicola Hofeditz (Friseurmeisterin) und Benjamin Müller (Maler- und Lackierermeister) wurden geehrt. Kraftfahrzeugtechnikermeister Gregor Osadnik konnte der Veranstaltung ebenfalls nicht beiwohnen.
Den Bürgerpreis der Stadt Hofgeismar erhielt in diesem Jahr Maik Kolle, Abteilungsleiter Fußball der TSG Hofgeismar, Sportcoach des Landessportbundes und der Stadt Hofgeismar. Sein ehrenamtlicher Einsatz schloss bereits zum Hessentag die (sportliche) Integration von Flüchtligen ein und auch das Thema Inklusion wurde von Maik Kolle in die Praxis umgesetzt.

 

Zum guten Schluss

 

Das letzte Grußwort des Abends übernahm wieder der Bürgermeister der Hofgeismarer Partnerstadt Bad Blankenburg, Frank Persike, unterstützt von der Lavendelkönigin. Auch für ihn sei es der letzte Besuch des Neujahrsempfangs als Bürgermeister. Allerdings ließ er keinen Zweifel daran, trotzdem immer wieder nach Hofgeismar zu kommen.


Auflockerndes Rahmenprogramm

 

Das Rahmenprogramm des Neujahrsempfangs wurde gestaltet vom Fanfarenzug Hofgeismar und der Ballettgruppe des VC Blockfrei, das zwischen den Redebeiträgen für auflockernde Abwechslung sorgte.

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