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Stutewecken in der Altst├Ądter Kirche

Tradition mit langer Geschichte

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Immer wieder sind die Stutewecken von den Kindern sehr begehrt.

© Foto: Seidenst├╝cker

Von Inge Seidenstücker

Hofgeismar – Aufgeregt nahmen wieder viele Kinder am Umzug durch die Stadt teil. Dieser führte sie zur Altstädter Kirche, wo traditionell nach einem kurzen Gottesdienst, den Pfarrerin Kristina Bretschneider und Pfarrer Markus Schnepel gemeinsam hielten, die Stutewecken durch die Ratsherren und -damen verteilt wurden.
Während die beiden Pfarrer die Geschichte erzählten und die Kinder aktiv mit einbezogen, erfüllten 2.600 Stutewecken die Kirche mit dem Duft frischer Brötchen.
Vor langer Zeit lebte in einer Burg auf dem Schöneberg ein Ritter mit seiner Familie. Nachdem er aus einem Krieg nicht mehr nach Hause kam, trauerte die Witwe sehr und konzentrierte sich ganz auf ihren Sohn Kurt. Sie stellte einen Lehrer ein, um ihn unterrichten zu lassen. Dieser verliebte sich in die Burgherrin, die diese Liebe jedoch nicht erwiderte. So rächte er sich, indem er den Ritterssohn in einen Brunnen stürzte. Nachdem Kurt nicht mehr nach Hause kam, suchte die verzweifelte Mutter überall nach ihm. Bei dieser Suche unterstützten sie die Kinder aus Hofgeismar. Wenn auch ihr Sohn nicht mehr lebend gefunden werden konnte, so vergaß sie die Hilfe der Kinder doch nie. Als Dank und zum Gedenken an diese uneigennützige Hilfe verfügte sie, dass immer mittwochs vor Ostern, Brot an die Hofgeismarer Kinder verteilt werden solle.
Dies soll sich 1428 zugetragen haben und seither wurde diese Tradition, auch in Kriegszeiten, ununterbrochen fortgeführt.
Auch wenn wir heute meist in unserem Land genug zu essen haben, sind die Stutewecken bei den Kindern sehr begehrt. „In meiner Kindheit, war dies immer ein ganz besonderes Ereignis“, erzählte ein älterer der Ratsherren und erinnerte sich, wie er als Vierjähriger möglichst viele der leckeren Brötchen in seinen Hosenbeinen verstaute.“

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