Drucken Versenden
Letzte Teilstück wird saniert

Wieder Bauarbeiten an der Hafenmauer

Von Barbara Siebrecht
Bad Karlshafen – Nach der Hafenöffnung im Mai 2019, den ersten Schleusungen und dem belebenden Anblick von Freizeitboten im Hafen, stehen nun wieder Bauzäune und ein Kran am Hafenbecken.

Bild anzeigen

Die Mauer über der Schwaneninsel wird saniert.

© Foto: Siebrecht

Der Landesbetrieb Immobilien in Hessen saniert denkmalgerecht für die Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen den letzten Abschnitt der Hafenmauer im Bereich zwischen Bergstraße und Lutherstraße (Schwaneninsel). Maßnahmen zur Verminderung des Algenbewuchses werden gleichzeitig umgesetzt. Die neue Gestaltung des Hafenumfeldes soll nach der Saison im September in Angriff genommen werden. Die Bauarbeiten an der Hafenmauer sind seit Mitte März in vollem Gange und werden bis Ende September 2020 fertiggestellt sein. Der Wasserspiegel im Hafen wurde dazu abgesenkt. Zur Sanierung der Mauer muss die Conradi Straße im Kreuzungsbereich zur Bergstraße zeitweise voll gesperrt werden. Die Vollsperrung soll voraussichtlich Mitte Juni wieder aufgehoben werden. Auch am Hafenplatz kommt es zu Verkehrseinschränkungen. Mit Fertigstellung dieser Maßnahme ist die Sanierung der Hafenmauer abgeschlossen und hoffentlich für die nächsten Jahrzehnte gesichert.
Umgestaltung der Hafenumfeldes
Rund um das Hafenbecken soll eine neue Gestaltung und ein verändertes Verkehrskonzept zu einer höheren Aufenthaltsqualität für Einwohner und Besucher führen, und das historische Ambiente erlebbar machen. Barocke Alleen an beiden Längsseiten definieren beruhigte Fußgängerbereiche und begrünen zukünftig das Stadtbild. Sitzmauern und erweiterte Flächen für Außengastronomie erhöhen die Aufenthaltsqualität.

Bild anzeigen

Wegen der Arbeiten an der Mauer ist die Conradi Straße gesperrt.

© Foto: Siebrecht


Mit den Planungen zur Neugestaltung des Hafenumfeldes wurde die Ingenieurgemeinschaft GTL (Kassel) und Oppermann (Vellmar) beauftragt. Die Planungen wurden mit Vertretern der Stadt, der Lenkungsgruppen, dem Denkmalschutz, den Anwohnern und Gastronomen abgestimmt und der Öffentlichkeit Anfang Dezember 2019 vorgestellt.
Die Planunterlagen für die Umgestaltung des Hafenumfeldes liegen derzeit zur baufachlichen Prüfung durch den Fördermittelgeber bei der Oberfinanzdirektion vor. Bei entsprechender Freigabe sollen im nächsten Schritt die Ausschreibungen der Gewerke erfolgen. Der Baubeginn ist für das Ende der Saison im September 2020 vorgesehen. Die Umgestaltung des Hafenumfeldes ist Teil der von der Bundesrepublik Deutschland als Nationales Projekt des Städtebaus mit 3,55 Mio. Euro geförderten Maßnahme „Wir sind offen – Revitalisierung der barocken Planstadt“. Die Planungen zur Neugestaltung des Hafenumfeldes werden weiterhin aus Mitteln der EU (EFRE) und des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz/Lebendige Zentren gefördert.
Auf der Internetseite der Stadt Bad Karlhafen sind Pläne der Umgestaltungsmaßnahmen auf der Startseite unter dem Begriff „Hafen und Hafenumfeld“ zum Download hinterlegt.

Bild anzeigen

Sumpfpflanzen sollen gegen den Algenteppich helfen.

© Foto: Siebrecht


Maßnahme gegen Algenteppiche
Im vergangenen Jahr hatte ein plötzliches Algenwachstum im Sommer den Hafenbetrieb eingeschränkt. Um in Zukunft einem solch starken Algenwachstum vorzubeugen, hatte die Stadt Bad Karlshafen gemeinsam mit der Hessischen Schlösserverwaltung Frau PD Dr. Heike Zimmermann-Timm vom Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität in Frankfurt/Main mit einer Analyse der Gewässersituation beauftrag. Diese stellte fest, dass das Hafenwasser einen erhöhten Nährstoffgehalt hat, der das Wachstum der Algen fördert. Die Nährstoffe werden laut der Expertise durch den Mühlengraben aus der Diemel ins Hafenbecken eingetragen. Auf Anraten der Experte wurde zunächst auf ein Anheben des Wasserspiegels verzichtet, um einen weiteren Nährstoffeintrag zu verhindern. Ursprünglich sollte der Wasserspiegel mit Beginn der touristischen Saison zu Ostern wieder angehoben werden. In einem ersten Schritt soll in den nächsten Wochen die Ansiedlung von Wasserpflanzen im Bereich des Landgraf-Carl-Kanals entlang der Conradistraße/Invalidenstraße durchgeführt werden. Nach dem Prinzip einer biologischen Kläranlage sollen damit dem zulaufenden Wasser Nährstoffe entzogen werden. Die dafür notwendigen Schritte werden von der Stadt in Absprache mit der Uni Frankfurt und der Schlösserverwaltung sowie der Bad Karlshafen GmbH als Betreiber in die Wege geleitet. Ziel ist es, das Frühjahr und den abgesenkten Wasserstand sowie die touristischen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie für die Arbeiten zu nutzen, um im Sommer wieder einen regulären Hafenbetrieb zu ermöglichen.  

Bilder & Videos

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder