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1. Bauabschnitt nach zweimonatiger Verzögerung abgeschlossen

"Wiedervereinigung" in Liebenau

Von Kerstin Aderholz

Liebenau - Die gute Nachricht vorweg: Die Liebenauer Diemelbrücke ist wieder mit Fahrzeugen passierbar. Über innerörtliche Umleitungen kann trotz Beginn des zweiten Bauabschnitts im unteren Bereich des Alten Steinwegs der Ort wieder durchfahren werden. Aufatmen heißt das auch für den örtlichen Nahkauf, der von den monatelangen Bauarbeiten und der Vollsperrung der Brücke arg gebeutelt wurde. Das betrifft natürlich auch alle weiteren Dienstleister im Ort, die nun wieder erreichbar sind.

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V.l.: Bürgermeister Harald Munser, Heike Bürger (Nahkauf), Anja Leck (Stadt Liebenau), Stefan Nebenführ (Landkreis Kassel) und Anita Theel aus Liebenau sind erleichter über die wieder hergestellte Erreichbarkeit des Nahkaufs.

© Foto: Aderholz

Verzögerungen bei der Auftragsvergabe, schlechte Wetterbedingungen, der Fund von Teerpech und dessen Analyse sowie das Vorfinden chaotischer Leitungssituationen seien der Grund für die längere Dauer der Arbeiten im ersten Bauabschnitt gewesen, so Bürgermeister Harald Munser. Man habe bei den donnerstäglichen Baubesprechungen mit den ausführenden Firmen stets nach verbindlichen Terminen für das Abschließen verschiedener Maßnahmen gefragt - eingehalten wurden diese meist nicht.

 

Unmut über die Baustelle

Dies war wohl auch der Grund dafür, dass die zunächst überwiegend von Verständnis geprägte Stimmung unter den Bürgern irgendwann kippte und sich bei vielen zu regelrechtem Unmut entwickelte. Schließlich verlief die offizielle Umleitung für Fahrzeuge über Rösebeck, Daseburg und Haueda. Wer Richtung Hofgeismar wollte, musste immerhin noch über Körbecke, Lamerden und Ostheim fahren. Mehrmals kursierten verschiedene Termine zur Wiederöffnung der Brücke, die allerdings verstrichen. Vielen war das Fahren der Umleitung zu mühselig, sodass die Radwege Richtung Haueda und auch Ostheim  widerrechtlich von Kfz, manchmal sogar LKW frequentiert waren. Andere entschieden sich dafür, ihre Autos am Rathaus oder Spielplatz abzustellen, um den Weg nach Hause zu Fuß oder mit dem Rad zu absolvieren.

Doch auch für Fußgänger, insbesondere ältere Menschen und Kinder, sowie Radfahrer war das Passieren der Baustelle zum Teil eher suboptimal geregelt. Der provisorische Fußweg entlang des Spielplatzes erfüllte zunächst gut seinen Zweck. Wollte man zum örtlichen Nahkauf, wurde es wöchentlich etwas heikler und spitzte sich zu, als pünktlich zu Schulbeginn der auf die Brücke führende Bürgersteig abgerissen wurde. Dazu kamen zugestellte Fußwege und lose Bänder an Pflastersteinpaletten, die zum Sturz einer Passantin führten.

 

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Die innerörtliche Umleitung erfolgt über den Lacheweg und Vordere bzw. Mittlere Straße (je nach Fahrtrichtung).

© Grafik: Stadt Liebenau

Kritik wird weitergegeben

Den Ärger der Bewohner kann Bürgermeister Munser schon nachvollziehen und gab mit Blick zurück zu, dass die in der Bauphase angekündigten Termine "eine Halbwertzeit von zwei Wochen" hatten. Auch in Bezug auf die Fußwege sei das wohl nicht optimal gelaufen. Man werde diese Punkte in jedem Fall an die jeweils betreffende Baufirma weitergeben und darauf achten, dass dies im weiteren Verlauf der Bauarbeiten sicherer gelöst werde. Auch die Informationspolitik seitens der Stadt wolle man verbessern.

Trotz allem müsse man aber feststellen, dass sich das Ergebnis, wie es sich nach dem ersten Bauabschnitt präsentiert, durchaus "sehen" lassen könne, obwohl Wasser, Abwasser-, Oberflächenwasserleitungen als auch Leitungen für Strom, Gas und Telekom sowie Breitbandleerrohr für hoffentlich viele Jahre störungsfrei im Untergrund verschwunden seien, so Harald Munser weiter.

 

Weiterer Verlauf

Der zweite Bauabschnitt vom Mühlenteich bis zur Einmündung der Mittleren Straße hat bereits begonnen. In der Winterpause wird hier eine provisorische Schotterdecke errichtet. Die Mehrkosten dafür betragen 20.000 Euro, wovon der Landkreis Kassel 70 Prozent und die Stadt Liebenau 30 Prozent tragen müssen. Bis zum Jahr 2021 folgen dann die Baumaßnahmen Kirchplatz/Burggasse, Freier Hof, Vordere Straße und Mittlere Straße.

Im Laufe des nächsten Jahres soll es nach der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts eine "Baustellenfeier" geben - auf einen genauen Termin wollte sich der Bürgermeister aus aktuellem Anlass und mit einem Augenzwinkern allerdings nicht festlegen.

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