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Bustraining in der Diemeltalschule

Wo ist eigentlich Chris?

Von Kerstin Aderholz

Liebenau - Die Fahrschüler der 1. und 2. Klassen der Liebenauer Diemeltalschule konnten kürzlich an einem ganz besonderen Unterricht teilnehmen: Vor Ort war nämlich die Busschule des ÖPNV-Dienstleisters kobra Nahverkehrsservice GmbH mit Mitarbeiterin Alana Socarici, die die Schulung durchführte. Der insgesamt 90-minütige "Busunterricht" teilte sich in einen theoretischen Teil, der zunächst absolviert wurde, und einen praktischen.

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Selbst Eingeweihte erschrecken sich vor dem durch den Bus fliegenden Chris als Folge eines Bremsmanövers. 

© Foto: Aderholz

Für die Theorie wurde eine Lehr-DVD zu Hilfe genommen und die Kinder mit kleinen Give-Aways zum Mitmachen animiert. Der weitaus beeindruckendere Teil bestand aber sicher aus der anschließenden Praxis.

Hierfür wurde extra ein Bus der Firma Hecker-Reisen zur Verfügung gestellt, der mit Kindern, Lehrerinnen, Bustrainerin und einem ganz besonderen "Passagier" eine kleine Rundfahrt unternahm.

Doch schon beim Einsteigen gab es einiges zu beachten, was im theoretischen Teil bereits thematisiert worden war: Rangeleien und Drängeln sollten nicht nur des guten Benehmens wegen unterlassen werden, sondern auch, um kleine und große Unfälle zu vermeiden. Im Bus angekommen müssen dann noch die Schultaschen sinnvoll verstaut werden, nachdem jeder seinen Platz gefunden hat.

Spätestens jetzt wurden die Kinder auf den bereits erwähnten besonderen Fahrgast aufmerksam. Dabei handelte es sich um einen Dummy der DLRG, der "Chris" genannt wird. Dieser wurde von Alana Socarici in der Mitte der hintersten Sitzbank positioniert - aus gutem Grund, wie sich noch herausstellen sollte.

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Der "fliegende Chris" sorgt bei den Kindern für nachhaltigen Eindruck.

© Foto: Aderholz

Zunächst verlief die Fahrt aber ohne besondere Vorkommnisse Richtung Körbecke. Im Bus herrschte lockere Stimmung und die Schüler unterhielten sich, sodass eben auch eine gewisse Ablenkung herrschte - bis der Busfahrer plötzlich auf die Bremse trat. Schon dieses Manöver riss die Kinder aus ihrem Geplauder, doch als sie schließlich auch noch "Chris" durch den Gang des Busses nach vorn fliegen sahen, saß der Schreck bei den meisten ziemlich tief. Mit dieser beeindruckenden Aktion sollte den Schülern gezeigt werden, was passiert, wenn man sich im Bus nicht festhält. Dies schien in jedem Fall gelungen. Selbst bei der Wiederholung dieser Bremsaktion waren die Kinder noch immer beeindruckt, obwohl sie beim zweiten Mal darauf vorbereitet waren.

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Wo ist Chris? Die Kinder dürfen auf dem Platz des Busfahrers platznehmen. Doch selbst im Stehen können sie den kleinen Chris vor dem Bus nicht sehen. 

© Foto: Aderholz

Wieder an der Schule angekommen, folgten weitere plastische Beispiele, die verschiedene Gefahren aufzeigten. Zum Beispiel durften die Kinder vom Platz des Busfahrers aus schauen, ob sie "Chris", der direkt vor dem Bus stand, sehen konnten. Doch selbst wenn sie sich am Fahrerplatz hinstellten, konnten sie den Dummy nicht erblicken.

Und dann spielte auch noch eine Kartoffel eine zentrale Rolle bei diesem Bustraining. Den Kindern selbst gelang es nicht, eine rohe Kartoffel mit der Hand zu zerquetschen - dem über die Kartoffel rollenden Bus bereitete das keine Schwierigkeiten. Zwar scheint dieses Beispiel im Vergleich, was mit einem Kind in dieser Situation passiert, recht drastisch - doch um die Vorsicht im Umgang mit Verkehrsmitteln zu schulen hinterlässt ein solcher Versuch ebenfalls nachhaltigen Eindruck.

Silke Tschachtschal, Rektorin der Liebenauer Grundschule, hat bereits mehrere dieser Busschulen an ihrer Schule durchführen lassen und ist durch ihre Erfahrungen mit diesem Projekt von der Nachhaltigkeit - insbesondere in Bezug auf den praktischen Teil - überzeugt.

 

Hintergrund

Die Grundschulen im Landkreis haben die Möglichkeit, auf Anfrage ein Bustraining mit dem Unternehmen kobra durchführen zu lassen. Die Kosten belaufen sich auf 200 Euro pro Einsatz und werden vom Landkreis übernommen.

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