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Wolfgang Werner erhält Bundesverdienstkreuz am Band

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Wolfgang Werner (rechts) wurde von Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber das Bundesverdienstkreuz am Band verliehen.

© Foto: Aderholz

Von Kerstin Aderholz

Hofgeismar - In einem coronabedingt kleinen Rahmen wurde dem Vorsitzenden des Vereins für Mehrfach- und Körperhinderte (VKM) und ehemaligen Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule Hofgeismar Wolfgang Werner das Bundesverdienstkreuz am Band durch Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber verliehen. Damit soll Wolfgang Werners jahrzehntelanges Wirken zum Wohl von Menschen mit Behinderungen gewürdigt werden, welches weit über rein berufliches Engagement hinaus geht.

In seiner Begrüßung hob der zweite Vereinsvorsitzende Claus Göttlich den unermüdlichen Einsatz Wolfgang Werners hervor: "Deine Lebensmaxime ist, behinderten jungen Menschen zu helfen und sie einzugliedern", und blickte noch einmal auf die Anfänge des VKM zurück, der zunächst in einem Container auf dem Gelände der Käthe-Kollwitz-Schule untergebracht und finanziell nicht besonders gut aufgestellt war.

Mit Eintritt in den Ruhestand, der sich allerdings nur auf die Tätigkeit als Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule bezieht, konnte sich Wolfgang Werner ab 2016 voll und ganz dem VKM widmen. Der entwickelte sich schließlich so gut, dass das Gebäude der ehemaligen Neuapostolischen Kirche gekauft werden konnte und seitdem als Sitz des Vereins dient, und es wurde eine Geschäftsführerin eingestellt.

"Wie soll man jemanden ehren, den man gar nicht kennt?" Mit dieser Frage stieg Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber in seine Rede zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes ein, der nur kurz vor der Ehrung die Gelegenheit hatte, einige Worte mit Wolfgang Werner zu wechseln. Doch was die dem Regierungspräsidenten zur Verfügung gestellten Unterlagen aussagten, reichte, das dieser dem Empfänger der Ausszeichnung eine Tätigkeit mit "Herzblut neben dem Hauptberuf im Förderverein" attestieren konnte und sich entsprechend beeindruckt zeigte.

Landrat Uwe Schmidt hingegen kennt Wolfgang Werner schon seit vielen Jahren. Besonders habe ihm gefallen, dass er bei Besuchen der Käthe-Kollwitz-Schule in der Funktion des Schuldezernenten vom damaligen Schulleiter stets die Bereiche gezeigt bekommen habe, die verbesserungswürdig gewesen seien. Sowohl als Schulleiter als auch mit der Arbeit des VKM habe Wolfgang Werner Großartiges geleistet.

Bürgermeister Markus Mannsbarth bezeichnete Wolfgang Werner als eine Person, welche die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz mehr als verdient habe, vor allem durch die Weiterwentwicklung des Vereins nach dem Eintritt in den Ruhestand. "Ich sage das nicht ohne Grund, denn wir in Hofgeismar verstehen uns tatsächlich als soziale Stadt", so Markus Mannsbarth in Bezug auf die weiteren Einrichtungen, wie die Baunataler Diakonie, die Käthe-Kollwitz-Schule sowie auch kirchliche Initiativen.

Wolfgang Werner selbst zeigte sich sehr gerührt. "Mein Leben war schon ein Stück weit ausgerichtet auf Behinderte." Während eines Praktikums an einer Schule für Praktisch Bildbare habe er die Schüler kennengelernt, wobei ihm vor allem deren Offenheit imponiert habe. Vor dem Hintergrund der damaligen Unterrichtsmethoden, die zum Teil gut und eben auch weniger gut waren, sei seine Idee immer gewesen, eine besondere Schule aufzubauen, an der die Schüler so gefördert und stabilisiert werden, dass sie Selbstwertgefühl erwerben.

Auf die Frage, was ihn antreibe, griff Wolfgang Werner noch einmal das  Praktikum auf. Damals habe Distanzlosigkeit als ein Kriterium einer Behinderung gegolten. „Die Menschen, die ich damals getroffen habe, waren nie distanzlos. Sie waren herzlich und offen. Da hat es bei mir „klick“ gemacht und ich wusste, das ist mein Job in der Zukunft.“

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