Veröffentlicht am 28.11.2022 09:13, aktualisiert am 28.11.2022 09:15

Kindergarten aktiv gegen Klimawandel

Kindergarten aktiv gegen Klimawandel (Foto: Waldinteressengemeinschaft)
Kindergarten aktiv gegen Klimawandel (Foto: Waldinteressengemeinschaft)
Kindergarten aktiv gegen Klimawandel (Foto: Waldinteressengemeinschaft)

Die Folgen des Klimawandels spürt jeder deutlich, weil es im Sommer und im Winter wärmer ist und weil extreme Wetter zunehmen. Dazu gehören Trockenheit, Sturm und Starkregen. Der Klimawandel lässt sich nicht zurückdrehen. Aber es gibt Wege, dass er langsamer voranschreitet und an Kraft verliert. Das kann aber nur gemeinsam erreicht werden, wenn jeder auf die Umwelt achtet und mithilft, wo er kann.

17 Kinder aus dem Kindergarten Meimbressen haben nun mit angepackt und im Wald der 54'er Waldinteressenten in Meimbressen Walnüsse ausgelegt, damit klimaharte Nussbäume im Wald wachsen. Förster Florian Horst hat einen großen Eimer voll mit frischen Walnüssen besorgt. Die Landwirte Brauner aus Meimbressen und Ullrich aus Fürstenwald haben Trecker und Planwagen zur Verfügung gestellt.

Der Fahrer Marius Wieseke fuhr langsam vom Kindergarten durch Meimbressen zum Simeser Hof im 54'er-Wald. Dort hatte der Sturm Friederieke in 2018 gewütet und alle Fichten umgeknickt oder entwurzelt. Dadurch ist mitten im Wald eine Lichtung entstanden, auf der Bäume fehlen.

Ein gesunder Wald ist eine der besten Antworten auf den Klimawandel. Damit der Wald gesund bleibt, müssen neue Bäume wachsen, die mit dem veränderten Klima besser zurechtkommen. Die Forstwissenschaft schlägt vor, einen Mischwald aus verschiedenen Laubbäumen aufzuziehen. Die bisher nicht im Wald vorhandene Walnuss ist geeignet, weil sie schnell wächst und sich selbst davor schützen kann, von Rehen angeknabbert zu werden. Junge Bäumchen sind auch Nahrung für die Tiere im Wald. Rehe knabbern gern die frischen Blätter und Knospen junger Bäume, wodurch die Bäumchen dann nicht gesund oder gar nicht groß werden. Die Walnuss produziert ätherische Öle und schmeckt den Rehen nicht. Deshalb wird die Walnuss nicht angeknabbert und kann ungestört wachsen.
Die 54'er sind entschlossen, lokal eine breite Liga aller Interessengruppen anzuschieben, die von einem gesunden, zukunftsfähigen Meimbresser Wald profitieren.

Zu dieser neuen Klima-Liga gehören insbesondere auch die Kinder mit ihren Eltern und Großeltern. Denn sie alle wollen ja, dass die Meimbresser Kinder auch in Zukunft noch genug saubere Luft, kühlen Schattenund klares Wasser haben.

Neben HessenForst zählen bereits das Lohnunternehmen Martina Brauner aus Meimbressen und Ullrichs Bauernladen aus Fürstenwald zu den verlässlichen Partnern dieser Liga. Die klimaschutzengagierten Landwirte stellen ihre Maschinen und Geräte mit Fahrer und Kraftstoff kostenlos in den Dienst der guten Sache.

Der Vorstand der 54'er sieht in der Klimakrise die Verpflichtung, den Wald zu einem klimaresilienten zukunftsfähigen Baumbestand umzubauen. „Wer nicht gegen den Klimawandel kämpft, opfert die Zukunft seiner Kinder“, sagt Uwe Sitte, 1. Vorsitzender der 54'er, und erklärt weiter: „Wir sind begeistert über die großartige Unterstützung der Kinder, der Eltern und des Kindergartens Meimbressen!“

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