Sie liegen schon vor dem Haus Nr. 7, seitdem das Pflaster in der Marktstraße erneuert wurde: die Stolpersteine für Erika und Lotte Hakesberg.
Wenn am Freitag, dem 28. Juni, um 10 Uhr diese beiden Gedenksteine öffentlich enthüllt werden, ist das kein willkürlich ausgesuchter Termin: An diesem Tag vor 85 Jahren musste die alteingesessene jüdische Familie Hakesberg ihren Heimatort verlassen – es ist der Tag ihrer polizeilichen Abmeldung. Sechs qualvolle Jahre der Verfolgung, Demütigung und Misshandlung lagen hinter dem vormals in der Stadt beliebten Metzgermeister Felix Hakesberg, seiner Frau Hedwig und den Töchtern Erika, Irma und Lotte. Was vor ihnen lag sollte alles an Grausamkeit übertreffen. Erika und Lotte Hakesberg sind die einzigen Überlebenden ihrer Familie.
Ihre glückliche Zeit als Hofgeismarer Jugendliche endete schlagartig 1933. Auch wenn beide nach England flüchten konnten – die Ermordung ihrer Eltern und Schwester und ihre traumatischen Erlebnisse in Hofgeismar verfolgten sie ein Leben lang.
Am 28. Juni wird bei der Enthüllung der Gedenksteine das Leben von Erika und Lotte Hakesberg der Öffentlichkeit vorgestellt. Schülerinnen und Schüler der GHS-Hofgeismar werden in Kooperation mit dem Stadtmuseum Hofgeismar die Veranstaltung gestalten.
Die Aktion im Rahmen des Hofgeismarer Bündnisses für Demokratie und Vielfalt beginnt am 28. Juni 2024 um 10 Uhr vor dem Haus Marktstraße 7 in Hofgeismar.