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Jubiläen Hospizdienst und Palliativ- und Hospiznetz

Das Sterben ins Leben holen

Von Inge Seidenstücker


Hofgeismar – Es gibt wohl kaum einen, der sich mit den Themen Sterben und Tod gerne auseinander setzt. Doch ist man selbst oder ein nahe stehender Mensch davon betroffen, sieht man sich schnell vor Herausforderungen gestellt, mit denen man nur schwer umgehen kann.
Genau da setzt die Hilfe an, die der ambulante Hospizdienst und das Palliativ- und Hospiznetz leisten.

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Bürgermeister Markus Mannsbarth beglückwünschte die Vorsitzende des Palliativ- und Hospisnetzes Hofgeismar, Karin Kohl-Kratz.

© Foto: Seidenstücker

In einem gebührenden Rahmen wurden gleich zwei Jubiläen einen ganzen Tag lang in der Hofgeismarer Stadthalle gefeiert. 20 Jahre gibt es den ambulanten Hospizdienst und zehn Jahre das Palliativ- und Hospiznetz (PHNH) in Hofgeismar.
Bei einem Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre ging Pfarrer i. R. Hans Martin Wirth, auf die Anfänge des Hofgeismarer Hospizdienstes ein. Stefan Sigel-Schönig, der damalige Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Hofgeismar-Wolfhagen brachte die Idee der Sterbebegleitung im häuslichen Umfeld auf den Weg. Dafür wurden Ehrenamtliche akquiriert und geschult. „Das Interesse an der Sterbebegleitung war erstaunlich groß“, sagte Wirth. Kurzerhand wurde eine Garage zum Büro umgestaltet und wenig später eine hauptamtliche Kraft eingestellt.

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(V.l.) Die beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen des Hospizdienstes Dorothea Gebauer und Gabriele Klietz, die beiden dienstältesten Ehrenamtlichen, Wilma Eckardt und Marianne Wolff und Pfarrer Gerd Bechtel, Geschäftsführer Diakonisches Werk Region Kassel.

© Foto: Seidenstücker

Aktuell besteht das Team aus 30 ehrenamtlichen und den beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen Dorothea Gebauer und Gabriele Klietz.
Auf die Gründungsgeschichte des Palliativ- und Hospiznetzes ging dessen Vorsitzende Karin Kohl-Kratz ein. Die Idee entstand bei einer Fachtagung in 2004. Hier traf die Ärztin auf Dorothea Gebauer und für beide stand schnell fest, auch in Hofgeismar etwas für die professionelle Palliativversorgung zu tun. Zu regelmäßigen Treffen kamen immer mehr Interessierte, die mit der Thematik zutun hatten und so wurde 2009 mit 21 Mitgliedern das Palliativ- und Hospiznetz Hofgeismar gegründet.
Seinen Dank für das „Ehrenamt im Dienst am Menschen“ brachte auch Bürgermeister Markus Mannsbarth zum Ausdruck und hob das „Ausüben der Menschlichkeit“ in seiner Rede besonders hervor.
Während der Hospizdienst dem Diakonischen Werk Region Kassel untersteht, ist das zehn Jahre jüngere Palliativ- und Hospiznetz ein gemeinnütziger Verein und versteht sich als Außenstelle des Palliativ-Teams der DRK-Kliniken Nordhessen.
Grundsätzlich arbeiten die beiden Organisationen Hand in Hand und stehen für die Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase.
Speziell geschulte Ehrenamtliche- und zwei hauptamtliche Mitarbeiter/innen begleiten und unterstützen Schwerstkranke, Sterbende und ihre Angehörigen im gesamten Altkreis Hofgeismar. Dies tun sie in der häuslichen Umgebung, genauso wie in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern.
Sie sind da, zum Reden, Zuhören oder miteinander Schweigen. Ebenso unterstützen sie in der Zeit des Abschieds und der Trauer. Immer stehen die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen und deren Angehörigen im Mittelpunkt. Die Leistungen des Hospizdienstes sind kostenfrei.
Ebenfalls um eine menschenwürdige Lebensqualität in der letzen Lebensphase schwerstkranker Menschen mit begrenzter Lebenserwartung bemüht sich das Palliativ- und Hospiznetz. Die Fachleute des PHNH, Ärzte, Pfleger und Psychosozialberater, bieten eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) an. Sie versuchen belastende Symptome, wie Schmerzen, Atemnot, Übelkeit usw. zu lindern. Eine professionelle Gesprächsbegleitung gehört ebenfalls zum Angebot.

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