Neue Ausstellung im Stadtmuseum

Gemalte Musik von Christine Müller

Von Inge Seidenstücker

Hofgeismar – „Das Paradies des Jetzt“, so der Titel der neusten Ausstellung der Hofgeismarer Künstlerin Christine Müller im Stadtmuseum Hofgeismar.

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Die Künstlerin Christine Müller vor dem Bild „Igor 1“. Sie wurde hierbei inspiriert von Pflanzenzellen wie sie unterm Mikroskop zu sehen sind.

© Foto: Seidenstücker

Bei dem Ausstellungstitel bezieht sich die Malerin auf die vergangenen eineinhalb Jahre seit Beginn der Pandemie. So begreift sie diese Zeit der gesellschaftlichen Isolation als Chance, sich wieder auf sich selbst zu besinnen und die Einmaligkeit des Augenblicks zu schätzen. Seine Umwelt und die Natur mit ihren vielen schönen Facetten wahrzunehmen. „Die Realität der äußeren Welt und die vielen negativen Nachrichten ziehen unseren Fokus von uns selbst weg, ja von dort wo das Leben eigentlich stattfindet“, sagt die Malerin und hat diese Emotionen in viele ihrer Bilder, die in dieser Zeit entstanden sind, einfließen lassen.
Die ihr eigene Fähigkeit, Musik in Farben und Linien umzusetzen, gibt der Musik eine neue Dimension und verleiht den Arbeiten von Müller ihren einzigartigen Stil, der längst auch von den großen Galerien in Deutschland und der Schweiz, wo sie eine Zeit lang lebte, erkannt wurde.
Die gebürtige Hofgeismarerin Christine Müller, geb. Köhler, die ihre Kunst an der Universität Mainz und dem Frankfurter Städel, in Trier und Valencia von der Pike auf gelernt hat, übersetzt in ihren Bildern die musikalischen Werke klassischer Komponisten. Gerne malt sie nach der Musik ihrer Lieblingskomponisten Chopin und List. Das wohl größte Bild in der Ausstellung hat sie nach einem Ballettstück von Ravel: "Daphnis et Chloé" gemalt. Allen Bildern gemein ist die Harmonie der ungeordneten Details, die in surrealistischer Weise den Betrachter in eine Fantasiewelt entführt. Die Ausstrahlung von Leichtigkeit und gleichzeitiger Fröhlichkeit sind sehr berührend. Nicht nur dass ihre Bilder nur so vor Lebensfreude und Farben sprühen, bringen sie auch beim Betrachter große Emotionen hervor.
Pandemie bedingt wurde bei der Eröffnung auf eine Laudatio verzichtet, allerdings gab es einen musikalischen Rahmen, den der neunjährige Noah Witte, der jüngst als Preisträger von Jugend musiziert hervorging, auf seiner Gitarre und der Violinistin Larissa Degner, gestaltet.
Die Ausstellung „Das Paradies des Jetzt“ ist im Haus 1 des Stadtmuseums noch bis zum 14. November 2021 zu sehen.