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Fehlstart beim Projekt „Partizipative Kunst“

Künstler wünschen sich „Kehrwasser“

Von Barbara Siebrecht
Bad Karlshafen – Zur Auftaktveranstaltung des Pilotprojekts Kunst und Bürgerbeteiligung waren neben den Gastgebern vom Heimatverein Helmarshausen, dem Bürgerverein Karlshafen/Helmarshausen und den Vertretern der Stiftungen über 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt an den Anleger der „Hessen“ gekommen und wurden mit Sektempfang begrüßt.

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Bürgermeister Marcus Dittrich, Stiftungsvertreterin Eva Claudia Scholtz, die Stipendiaten Christoph Rodde, Birgit Schuh und Lukas Einsele und Dag Steinchen als Vertreter des Bürgervereins gestalteten die Veranstaltung.

© Foto: Siebrecht

Viele hatten auf Wunsch des Künstlerduos Birgit Schuh und Christoph Rodde eine Käseschachtel mit Inhalt als Begrüßungsgeschenk mitgebracht und waren gespannt darauf, was damit geschehen sollte. Die Bürger erhofften sich das Kennenlernen der Stipendiaten, die die Auswahl der Jury der Landesstiftung Miteinander in Hessen und der Hessische Kulturstiftung unter 32 Bewerbungen gewählt hatten und waren neugierig, wie die Kunstprojekte, an denen sich Bürger beteiligen sollten, angedacht waren.
Diese Hoffnungen wurden enttäuscht. Nachdem der Vorsitzende des Bürgervereins, Dag Steinchen und Bürgermeister Marcus Dittrich die Anwesenden begrüßt und einen kurzen Rückblick auf die Wurzeln des geplanten Kunstprojekt in der Gestaltung der Schaufenster des Leerstandes gegeben hatten, kippte die Stimmung. Wir befinden uns in einer Krise“, teilte Eva Claudia Scholtz, Geschäftsführerin der Hessischen Kulturstiftung mit „wir sind uns einig, dass wir uns uneinig sind, die Künstler wünschen sich mehr Zeit“. Die Künstler waren offensichtlich nicht bereit wie geplant ihre Projekte in dem eng gesteckten Zeitrahmen zu starten, wünschten sich eine Besinnungszeit im „ruhigen Kehrwasser am Ufer“ für Recherche. Zu einer Beteiligung der Bürger sollte es zunächst nicht kommen. Schock, Hilflosigkeit und Enttäuschung äußerten die Anwesenden. Die Geschäftsführerin der Hessischen Kulturstiftung, die für beide Stiftungen sprach, war nicht bereit, die konkreten Schwierigkeiten zu benennen, versprach aber in spätestens vier Wochen über Verhandlungsergebnisse zu berichten und bat um Geduld und Vertrauen. „Was hier schon angefangen hat, ist den Stiftungen zu wertvoll um es zu riskieren“, meinte sie.

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Beim Sektempfang vor der „Hessen“ kam man ins Gespräch.

© Foto: Siebrecht


Im anschließenden Gespräch stellten sich die Künstler sehr kurz vor. Der Fotograph, Designer und Kurator Lukas Einsele berichtete über seine Erfahrung mit partizipatorischen Projekten und stellte Ansätze für sein Projekt vor, das das Thema Märchen und die jüngste Geschichte der beiden Städte verbinden könnte. Das Künstlerduo Schuh und Rodde aus Dresden erzählte über ihr letztes Tauschprojekt im Zug, verriete aber keine Ansätze für ihre Ideen zum Projekt in Bad Karlshafen. Bei Schnittchen und Getränken kamen die Anwesenden noch ins Gespräch, sammelten dann ihre Käseschachteln wieder ein und verließen die „Auftaktveranstaltung“.
Es wäre sicher wünschenswert, wenn sich die interessierten Bürger nicht entmutigen lassen und zu einem hoffentlich erneut stattfindenden Projektbeginn mit gleicher Neugier wieder dabei wären. Beide Stiftungen sehen eine große Chance darin, Kunst als Vehikel zur Steigerung der Attraktivität des ländlichen Raumes zu nutzen. Die Kunstprojekte mit Bürgerbeteiligung könnten Bad Karlshafen ein weiteres Stück voranbringen und es lohnt sich sicher einen erneuten Versuch in der Zukunft zu wagen.

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