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Gesundheit Nordhessen-Aufsichtsrat stimmt Strategiekonzept zu

Neuausrichtung auf den Weg gebracht

Kassel (hak) - Die Gesundheit Nordhessen (GNH) steht vor einer strategischen Neuausrichtung. Damit sollen die medizinische Versorgung in der Region auf hohem Niveau erhalten und die wirtschaftliche Basis des Unternehmens langfristig gesichert werden. Betriebsbedingte Kündigungen wird es dabei nicht geben. Der Aufsichtsrat der Gesundheit Nordhessen hat der Neuausrichtung zugestimmt.

„Damit ist ein erster wichtiger Meilenstein erreicht“, so der GNH-Aufsichtsratsvorsitzende, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle. Mit der Neuausrichtung reagiere die GNH unter anderem auf neue gesetzliche Vorgaben und die nicht ausreichenden Fördermittel für Investitionen in Krankenhäuser. Denn allein mit dem Neubau des Zentrums für seelische Gesundheit in Kassel und der Kreisklinik Hofgeismar stünden bei der GNH Investitionen in Höhe von 75 Millionen Euro an, die nur teilweise durch Fördermittel gedeckt seien.
Für die medizinische Versorgung in der Region wurde ein Konzept entwickelt, das erstens dem Versorgungsbedarf der Bevölkerung, zweitens dem Qualitätsanspruch und drittens der wirtschaftlichen Situation der GNH-Standorte in der Region Rechnung trägt.
Bei dem Konzept wurde berücksichtigt, dass das Krankenhaus Hofgeismar für die medizinische Versorgung der Menschen im Umland unverzichtbar ist, was inzwischen auf Antrag des GNH-Vorstandes auch vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) bestätigt wurde. „Wir halten am Neubau der Kreisklinik Hofgeismar fest und werden das medizinische Konzept dafür in den kommenden Wochen noch einmal prüfen“, betont der GNH-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Knapp.
Für die medizinische Versorgung der Bevölkerung wird die Klinik in Wolfhagen vom HMSI als nicht versorgungskritisch eingestuft, daher ist eine Verlagerung der stationären Versorgung an das Krankenhaus Bad Arolsen vorgesehen.
Dr. Knapp ging zudem auf den Qualitätsaspekt ein: „In Zeiten, in denen Gesetzgeber und Kostenträger aus Qualitätsgründen jährliche Mindestmengen von bestimmten Krankenhausbehandlungen fordern, ist es sinnvoll, durch eine Bündelung von Können und Erfahrung die bestmöglich Qualität zu erreichen.“
Zur wirtschaftlichen Situation: Die Kreiskliniken Kassel schreiben seit Jahren rote Zahlen und die GNH musste seit 2005 fast 25 Millionen Euro Verlustübernahmen für die Kreiskliniken aufbringen. Für den Standort Wolfhagen hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass die Klinik in der jetzigen Form nicht wirtschaftlich betrieben werden kann und darüber hinaus ein hoher Investitionsbedarf von rund 13 Millionen Euro besteht.
Für das Klinikum Kassel als einziges Krankenhaus der Maximalversorgung in Nordhessen skizzierte Dr. Knapp als Aufgaben unter anderem eine Vergrößerung des Einzugsgebietes über die Region hinaus sowie eine Optimierung der internen Prozesse. Auch mit Hilfe der Digitalisierung sollen die Abläufe – insbesondere in den Hochleistungsbereichen der Notaufnahme, der OPs und der Intensivstationen – effizienter gestaltet werden.

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