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Nachlass einer Hofgeismarer Künstlerin im Stadtmuseum

Riesenlegat zum Bauhaus-Jubiläum

Hofgeismar (hak) - Auf keinen Fall „Nein, danke“ sagen, konnte in diesen Tagen das Stadtmuseum Hofgeismar, als die Übernahme eines großen Teils des Nachlasses von Hedwig Brill-Bornemann (1909-2006) angeboten wurde.

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Die Geschwister Brill übergeben dem Stadtmuseum das Legat der Bilder ihrer Großmutter Hedwig Brill-Bornemann. V.l.: Dr. Martin Brill, Iris Brill und Agnes Löper (geb. Brill). Mit dabei die Kinder Falk und Matthis Löper.

© Foto: Kerstin Fröhlich

Hedwig Brill-Bornemann hatte sich 1993 im neu eröffneten Haus II am Petriplatz mit der ersten Einzelausstellung ihres Lebens präsentiert. Der Erfolg war riesengroß, nur noch übertroffen von der getrennten Darbietung ihrer „Märchenbilder“, die Museumsleiter Helmut Burmeister auch in einem schnell ausverkauften Band 16 in der Reihe „Die Geschichte unserer Heimat“ vorstellte.
Hedwig Bornemann war am Hofgeismarer Gymnasium Schülerin des Lehrers und Malers Adolf Faust gewesen, der ihr Talent umfassend förderte. Als 16-Jährige begann die junge Frau zunächst in Kassel, dann an einer Berliner Kunstgewerbeschule mit dem Studium. Bald wechselte sie aber auf den Rat des ebenfalls aus Hofgeismar stammenden Malers Friedrich Wilhelm Bogler an die Kunstschule Itten, wo sie eine umfassende Ausbildung erfuhr.
Johannes Itten, Schweizer und einer der ersten Lehrer am Weimarer Bauhaus von Walter Gropius, wurde in Berlin zum Förderer und Tutor der hochbegabten jungen Frau.
In Berlin lernte sie auch ihren späteren Mann kennen, den Hannoveraner Fritz Brill, der wie sie selbst Itten-Meisterschüler war. 1930 beendeten beide das Studium und lebten ab 1946 in Hofgeismar. Bis in die 50er-Jahre hinein sicherte Hedwig Brill-Bornemann durch den Verkauf künstlerischer Werke die Existenz der Familie, unter anderem mithilfe einer bedeutenden Hannoveraner Kunsthandlung.
Diese Konzentration auf familiäres Arbeiten (u.a. zwei Kinder), besonders die Unterstützung ihres Mannes bei seinen fotoanalytischen Arbeiten brachte es mit sich, dass die großartige Künstlerin erst 1993 ihre ersten eigenen Ausstellungen betrachten konnte. Im Gästebuch zur Ausstellung hatten sich viele bekannte Künstler verewigt - „Begeisterung“ war deren meist verwendetes Wort des Lobes.
Ihre Enkel Agnes, Iris und Martin übergaben dem Museum jetzt den sehr umfangreichen Nachlass (ohne die Märchenbilder) bestehend aus 63 gerahmten Kunstwerken (dabei drei Porträts durch F. W. Bogler) und 336 ausgereiftere Zeichnungen und Aquarelle in Kunstmappen.
Der Nachlass, der insgesamt über 400 Kunstwerke umfasst, wurde durch Kerstin Fröhlich akribisch analysiert, geordnet und inventarisiert. Er wird so bald wie möglich in einer Sonderausstellung oder – was der hohen Bedeutung dieses Legats angemessener wäre – in einer Dauerpräsentation, zumal im Jahr des Bauhaus-Jubiläums, vorgestellt.

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