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Schulanekdoten des Generaldirektors

Von Michael Rubisch

Hofgeismar – In Kooperation mit dem Kulturforum Hofgeismar lud der Förderverein der Albert-Schweitzer-Schule zur zweiten Runde des ASS-Talk. Mit Johann-Dietrich Wörner war ein ehemaliger Schüler zu Gast, der heute das Amt des Generaldirektors der European Space Agency (ESA), also der europäischen Weltraumorganisation bekleidet. Im Gespräch mit Burkhard Rabe von Pappenheim, ebenfalls ehemaliger Schüler, bekamen die Besucher, unter ihnen auch einige Lehrer der damaligen Zeit, zahlreiche Anekdoten zum Schmunzeln aber auch Nachdenkliches und Informatives zu hören.

Im roten Schrauberoverall trat Johann-Dietrich, der aber von vielen nur Jan Wörner genannt wird auf. Ein Hinweis auf seine Leidenschaft, der er schon in jungen Jahren frönte und bis heute die Treue hält.“ Ich schraube gern an Autos rum“, verriet Wörner. „Das hat der schon immer gemacht“, war dann auch aus dem zahlreich erschienen Publikum zu vernehmen. Außerdem sei er in solch einem Overall auch mal zum einem spontanen Fototermin mit der Schulklasse gegangen.
Auf diese Leidenschaft angesprochen berichtet Wörner von einer Probefahrt mit einem Opel Rekord, vom damals noch existenten Autohaus Hild in Hofgeismar. „Der Deal war, wenn das Fahrzeug auf der Bundesstraße von Kassel nach Espenau den Schäferberg mit Tempo 160 hochkommt wird er gekauft“, der Händler ließ sich auf das Geschäft ein und wenig später wechselte das Fahrzeug den Besitzer. Auch heute noch fährt Wörner Autos mit PS-Zahlen, die „im Stadtverkehr zumindest nicht den Verkehr behindern“.
Bevor Wörner schnelle Autos lenken durfte besuchte er, wie jedes andere Kind, die Schule. Sein „Lieblingsplatz“ zu Schulzeiten an der ASS war damals der Technikraum in der Aula. Dort konnte er von oben auf das Geschehen herabblicken. An die Schulzeit hat er nicht die besten Erinnerungen, wie er verriet. Dies lag allerdings nicht an den Lehrern sondern an ihm selbst. „Sie haben wirklich ihr möglichstes getan“, bekräftigte Wörner. Auch auf sein Abitur, welches er mit der Note 3.2 bestand, sei er nicht besonders stolz. Aber die Schule habe ihm, wie auch anderen Schülern, viele wichtige Dinge gelehrt. Grundlege Dinge die einem in der Studienzeit oder im späteren Berufsleben geholfen haben. Als äußerst positiv habe er allerdings den Mathe- und Physikunterricht in Erinnerung. Die Schule biete tolle Chancen und ein wenig bereut Wörner es die Schulzeit nicht besser genutzt zu haben.
Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es dann um seine Arbeit bei der Raumfahrtorganisation. Seit Juli 2015 bekleidet Wörner das Amt des Generaldirektors der ESA mit Amtssitz in Paris. Beeindruckend wie unglaublich bodenständig, locker und ehrlich eine so hoch angesehene Persönlichkeit in Wirtschaft und Politik von seiner Arbeit berichten kann. Ein amüsanter Abend fand in illustrer Runde seinen Ausklang.

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