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AK Dorfgeschichte

Ausstellung zum Bombenangriff auf Kassel

Obermeiser (hai) - Am 22. Oktober 1943 wurde die Stadt Kassel Ziel eines verheerenden Luftangriffs durch mehr als 400 britische Bombenflugzeuge. Den bevorstehenden 75. Jahrestag dieses Ereignisses hat der Arbeitskreis Dorfgeschichte Obermeiser zum Anlass genommen, eine themenbezogene Ausstellung in der Bürgerbegegnungsstätte zu organisieren.
Die zahlreichen Besucher der Veranstaltung hatten unter anderem die Möglichkeit, sich auf Bildern anzuschauen, wie Kassel vor und nach der Katastrophe ausgesehen hat. Etwa acht- bis zehntausend Menschen haben seinerzeit bei dem Bombenangriff ihr Leben verloren. In umfangreichen Bild- und Tondokumenten wurden nun die Gründe für den Angriff und seine katastrophalen Auswirkungen dargestellt. Diese Auswirkungen erstreckten sich bis in den kleinen Ort Obermeiser, zählten doch auch Menschen aus dem Dorf zu den Opfern des Angriffs auf Kassel. Eines der Bombenflugzeuge stürzte zudem an der Gemarkungsgrenze Westuffeln/Obermeiser ab.
Neben den Bildern wurden auch Dokumente und Ausstellungsstücke aus der damals von Luftangriffen bedrohten Region gezeigt. So war es unter anderem möglich, aus dem vorbeugenden Luftschutz der Kriegszeit Plakate über die vorgeschriebene Verdunkelung der Häuser, Volksgasmasken, Kübelspritzen und Fernmeldetechnik der Flugabwehr vorzustellen.
Nach einem einleitenden Vortrag über den Verlauf und die Auswirkungen des Luftangriffs (durch Holger Neumeyer) erhielten die Besucher umfangreiche Informationen (von Reinhard Saalfeld) zum Absturz des Bombenflugzeuges am Oppermannsberg und zur Suche und Bergung einzelner Fundstücke des Wracks.
Obwohl annähernd 75 Jahre seit den tragischen Ereignissen vergangen sind, war es noch möglich, kleinere Überreste des abgestürzten Flugzeuges zu finden und zu bergen. Anhand eines originalgetreuen Modells konnte so vorgeführt werden, an welcher Stelle des Flugzeugs die aufgefundenen Reste von Aluminium, Plexiglas, Metall und Gummi ursprünglich verbaut worden waren. Bei der Identifikation und Zuordnung der Bauteile war der Arbeitskreis von einem britischen Fachmann, der an der Geschichte eines Luftwaffengeschwaders arbeitet, unterstützt worden.
Da nur noch wenige Augenzeugen des Bombenangriffs zur Verfügung stehen, wurden im Rahmen einer kleineren Video-Präsentation zudem die Erlebnisberichte einiger Kasseler Bürger vorgeführt.
Im Anschluss an die Vorträge standen die Mitglieder des Arbeitskreises den Besuchern bei Kaffee und Kuchen für Rückfragen und gemeinsame Gespräche zur Verfügung.

 

Bilder & Videos

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