Veröffentlicht am 26.09.2022 10:22

Glaskunst mit Assoziationskraft

Gespannt wartete das Publikum im Immenhäuser Glasmuseum auf das Ergebnis der Jury des 8. Immenhäuser Glaspreises, den das Museum alle drei Jahre auslobt. Über vier Monate waren etwa 100 Objekte von Glaskünstlern aus ganz Deutschland im Museum ausgestellt und boten mit ihrer Vielfalt ein buntes Kaleidoskop an zeitgenössischer Glaskunst. In vielen der Objekte versuchten die Künstler den derzeitigen Zeitgeist auszudrücken.

So wie Samuel Weisenborn, der mit seinen Werken Destruction 1 und 2 als Sieger aus dem Wettbewerb hervorging. Die Objekte - jeweils aus Kristallblasen frei geformt, sprengen die Grenzen der Formen und assoziieren so Zerstörung oder wie es Ralf Patock, Vorsitzender der Grebensteiner Stadtsparkasse ausdrückte: "Die Zerstörung gemeinschaftlicher Verbindungen". Der 1. Platz ist mit 1.500 Euro dotiert und wurde von der Stadtsparkasse Grebenstein gesponsert. Der 2. Preis (1.000 Euro) ging an Marina Aletsee, die mit Künstlernamen Maria Pechstein heißt und in Koblenz lebt. "Die letzte Patrone" heißt ihr Exponat und erinnert in seiner Form an eine große Gewehrpatrone mit symbolisierendem Blut im Innern. Diesen Preis sponserte die Sparkassenversicherung Hessen/Thüringen. Eine ganz andere Art der Glaskunst ist das gravierte "Fenster" mit Installation der Preisträgerin des 3. Preises (500 Euro), Alexandra Geyermann aus Zwiesel. Sie ist keine Unbekannte im nordhessischen Glasmuseum und als gelernte Glasgraveurin erzählt sie mit ihren Gravuren Geschichten. Diesen Preis stiftete die Stadt Immenhausen. Auch das Publikum durfte sein Lieblingsteil auswählen. Von rund 1.000 Besuchern der Ausstellung, gaben 650 ihre Stimme ab. Den ersten der fünf Preise erhielt Sina Mendler mit ihrem "Gedankengeflecht".

Als ein Kleinod bezeichnete Dr. Rolf Luhn von der ART Regio Kunstförderung der Sparkassenversicherung das Glasmuseum. Er machte deutlich, wie wichtig die Kultur, auch in schwierigen Zeiten für die Gesellschaft sei. Gleich nach der Finissage mit Preisverleihung nahmen die Künstler ihre Werke mit, was Museumsleiterin Dagmar Ruhlig-Lühnen sehr bedauerte. "Es ist als würden die Kinder ausziehen", sagte sie.

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